merkwürdigen Holzbekleidungsarchitektur, ausgeführt in stucküberzogenemSteine. Zugleich gemahnen beide an Aehnliches, was sich in Lykien undselbst in dem alten Iletrurien findet. —■
Ueber die Malerei und Skulptur auf diesen Gräbern, deren allge-meinen nicht symbolisch-mystischen, sondern einfach darstellenden Stilich schon kurz bezeichnete, bemerke ich noch, dass in den frühen Zeiten,aus welchen die ältesten Gräbergrotten stammen, das relief en creuxwohl schon gekannt war, aber nur zu bestimmten Zwecken gebrauchtwurde. Die meisten eigentlichen Bilder sind flach erhaben oder nurgemalt. Auch finden sich bereits Statuen aus jener Zeit, die bewegter,naturgetreuer sind und einen besseren künstlerischen Geist athmen, alsdie des jüngeren Reichs. Im Allgemeinen sind die Verhältnisse gedrungen,die Gesichter durchaus nicht typisch gehalten, sondern von fast geist-voller Portraittreue, mit eingesetzten Augen aus Bergkrystall und Onyx ,die durch ihre Natürlichkeit und ihr Leben in Erstaunen setzen. Dasschönste Exemplar statuarischer Kunst aus dieser Zeit, ein sitzenderHierogrammateus, gefunden unweit des sogenannten Serapeum oder derApisgräber bei Memphis , befindet sich mit andern trefflichen Skulpturendes alten Reichs in dem ägyptischen Museum des Louvre. Jene genannteFigur aus, für Aegypten naturgetreu, nämlich ziemlich rothbraun poly-chromirtem, Kalksteine, steht den äginetischen in plastischer Vollendungder Formen wenig nach; in lebendigem Ausdrucke des Gesichts lässt siedieselben weit hinter sich zurück.
Die Stuckbekleidung der Mauern und aller aus Stein und Terra-kotta ausgeführten Gegenstände und der davon unzertrennliche polychro-matische Schmuck ist eine Sitte, die niemals in Aegypten ganz abgeschafftaber im alten Reiche bis zu den Grenzen des neuen hinab in entschie-denster Weise gehandhabt wurde. Beispiel der berühmte in Stuck aus-geführte königliche Stammbaum Thotmes III. aus dem hinteren Anbaudieses Königes zu Karnak . 1
In allen Gräbern bis tief in die Pharaonenzeit hinunter zeigt sichin der Wanddekoration die Erinnerung an das Urmotiv, das ihr zuGrunde liegt, nämlich an die Auskleidung der Wand mit gestickter Ta-pete. Die einzelnen Bilder sind umrändert, mit Borten versehen, gleich-sam an die Mauer angeheftet, nicht, wie später, mit dieser identificirt.Der Tempellapidarstil, die Versteinerung des alten Motivs und die
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