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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Viertes Hauptstück.

Teppichwände sind. Offenbar waren sie einstmals stuckirt und reich mitFarben und Vergoldung ausgestattet. Es zeigt sich nirgend in plastisch-polychromer Nachbildung der ursprüngliche Typus der Bekleidung alsFayadendekoration naiver und realistisch unmittelbarer ausgedrückt, alsauf diesen lydischen Felsengräbern, von denen das berühmteste, dassogenannte Grabmal des Midas, als Beispiel hier beigefügt ist.

Bei anderen Grabfa9aden derselben Gattung sind nur die Rahmenund die Bekrönungen bildnerisch verziert, das eingeschlossene Feld istglatt, hatte aber sicher einst malerischen Schmuck. Noch anderegehören schon mehr zu den kompositen, daher wahrscheinlich späteren,Formen.

Wieder ein von den phrygischen, karischen und lydischen Stämmenganz verschiedenes Volk musste dasjenige sein, welches in Lykien , wenig-stens für seine Grahmonumente, an einem sicher höchst urthümlichen, derKonstruktion aus Holz entnommenen, dekorativen Prinzipe festhielt: das-selbe Volk aber, welches in solcher Weise seine Gräber im Holzstilekonstruirte, wohnte in Steinhäusern aus polygonem Gemäuer; diess wissenwir, weil viele dieser Bauwerke wegen ihrer soliden Aufführung, nochbis auf heute, wer weiss aus wie früher Zeit, stehen geblieben sind undhöchst merkwürdige Relieftafeln, womit einige der Felsengräber geschmücktsind, geben in malerisch perspektivischer Weise die Bildnisse ganzerStädte mit ihren Vorstädten, deren Häuser und Monumente entschiedenden Charakter des Steinstiles verrathen und zum Theil sogar mit Kup-peln überwölbt sind; und neben diesen Steinbauten erkennt man aufdiesen Relieftafeln in deutlichster Darstellung dieselben im Holzstilegehaltenen Denkmäler, von denen die Rede ist. Diese sind also nichtNachbildungen einer den Lykiern eigenthümlichen Holzarchitektur, son-dern, wie ich schon in dem Exkurse über das Tapezierwesen der Altengeäussert habe, höchst wahrscheinlich monumental in Stein umgesetzteScheiterhaufen. Die ältesten Denkmäler dieser Art sind die freistehendenSarkophagträger; hernach übertrug man diese traditionell und typischsanktionirte Dekoration auch auf Felsengräberfacjaden, obschon sie nachder Annahme einer andern Bestattungsweise hier keinen realen Sinnmehr hatte, wesshalb ihr ein anderes Motiv untergeschoben wurde, beiwelchem eine Fach Werks wand mit vorstehender Sparrenbedeckung mehroder weniger klar als Vorbild vorschweben mochte. Auch an diesenMonumenten, und zwar sowohl an den Sarkophagträgern wie an denFclsfacjaden, tritt, wie schon an früherer Stelle gezeigt worden ist, dieTeppichbekleidung als Vorhang der Zwischenräume des Gezimmers deutlich