Textile Kunst. Alt-Hellenisches.
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in Korinth seit sehr früher Zeit in grosser Blüthe stand. 1 Ich möchtedie korinthische Ordnung als die vorzugsweise keramische bezeichnen.Ich läugne hiermit zugleich den späten Ursprung der korinthischenOrdnung und halte sie für so alt wie die älteste dorische. Weiteres zurUnterstützung dieser Ansicht wird sogleich gegeben werden. Vorhermöge eine Bemerkung darüber Platz finden, wie meines Erachtens dieBerichte der Alten über Säulenordnung aus Holz zu nehmen seien, wiez. B. die Notiz des Pausanias über die hölzerne Säule des Heräums inder Altys zu Olympia, die den anderen steinernen, sicher mit Stuckbekleideten, Säulen dieses Tempels eingereiht war, — dann über die Säule,die, von einem Schutzbaue umgeben, ebendaselbst als Reliquie des Palastesdes Heroen Oenomaos galt; ferner über das Monument des Oxylos zuElis , dessen Dach auf eichenen Säulen ruhte; endlich über das Heiligthumdes Poseidon Hippias bei Mantinea , 2 und die aus Rehholz gearbeitetenSäulen des Tempels zu Metapont , deren Plinius (XIV. 2) gedenkt. DieseUeberreste hatten zu Pausanias und Plinius Zeiten tausend Jahre weitüberdauert, und konnten im Freien dieses nur unter dem Schutze einerBekleidung, die nach dem allgemeinen Gebrauche der Alten, bei derBeschreibung der Monumente immer den innern Stoff, den Kern der-selben, als das Bemerkenswertheste daran zuerst hervorzuheben (eineEigenheit, die mit der Negation des Stoffes als solchen in der Kunst nurin scheinbarem Widerspruche steht), unerwähnt blieb, weil quasi selbst-verständlich; der Stoff wurde nur in gewissem Sinne negirt, nämlichdessen materielles Hervortreten als solcher, in seiner spezifischen Natur-wüchsigkeit und Farbe, die als Mittel der Dekoration nicht benütztwurden; aber zugleich musste, gerade um das Stoffliche vergessen zumachen, dessen Eigenschaften bei der Formgebung volleste Rechnunggetragen werden. So blieb der Stoff gleichsam der Schlüssel zu demVerständnisse der Form und ward daher, gerade weil er versteckt
1 Kapitale der bezeichnten Art sind zu Pompeji nichts Seltenes; sie deutenaber sämmtlich auf den älteren besseren Stil hin, der vor der Zeit blühete, ehe Pom peji bereits vor seiner gänzlichen Zerstörung schon einmal durch ein Erdbeben fastdem Boden gleich gemacht war. Die Säulen des Tempels der Vesta zu Tivoli sowiedie des gleichnamigen Monopteros zu Rom tragen den gleichen keramischen Stil. Einschönes Kapital in gebrannter Erde befindet sich mit anderen Terrakotten in demMuseum Biscari in Gatanea. Siehe den Holzschnitt nach einer von mir gemachten Skizze.
2 Die Sage liess ihn durch die alten pelasgischen Baumeister Agamedes undTrophonios erbaut sein, indem sie eichene Stämme bearbeiteten (spyacrccuevot)und aneinanderfügten.