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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Viertes Hauptstück.

Kunst erst in die Spätzeiten zu versetzen, weil man allerdings wiederauf dieselbe zurückgekommen ist, wie auf so manches andere, was, denältesten Kunsttraditionen angeliörig, mit dem herannahenden Verfallewieder Aufnahme fand; — nichts desto weniger ist sie uralt, und, wennderen frühe Geltung auf eigentlich hellenischem Boden jetzt nicht mehrdurch vorhandene Ueberreste dieser Art nachgewiesen werden kann, sosprechen doch gewisse altgriechische Grabkammern bei Cumae, Neapel ,Paestum und sonst in Unteritalien, deren Inneres mit Stuckgesimsen undleicht reliefartig erhabenen Wandgemälden verziert sind, für die früheVerbreitung derselben unter den hellenischen und den verwandten gräko-italischen Stämmen. 1

Unglücklicherweise sind diese in stilhistorischer Beziehung höchstinteressanten Alterthümer immer nur einseitig mit Rücksicht auf diedargestellten Gegenstände und deren Inhalt beschrieben und gezeichnetworden, und noch dazu schlecht, vornehmlich fehlen die Angaben derarchitektonischen Glieder und Verzierungen; — dennoch lässt auch dieunvollkommene Kenntniss dieser Werke keinen Zweifel darüber, dass sieein sehr altes Prinzip der Dekoration vertreten, ein älteres als die glatteMalerei, die schon als Abstraktion in der Darstellung gelten mag, einPrinzip das, wie wir wissen, im Oriente schon in frühester Zeit herrschte.

Dieser Art auf Stuckreliefs ausgeführter Malerei waren ohne Zweifeldie von den griechischen Künstlern Damophilos und Gorgasas, die zu-gleich Plastiker und Maler waren, in dem Tempel der Ceres zu Rom ausgeführten Wandverzierungen, von denen uns Plinius nach Varro berichtet, dass sie bei einer Restauration des Tempels aus der Wandherausgesägt und in beränderte Tafeln eingeschlossen wurden, um sie,wie hinzugedacht werden muss, wieder in die restaurirte Wand einzu-fügen. Der Tempel der Juno wurde im Jahre Roms 258 durch denDiktator A. Posthumus erbaut, also drei Jahre vor der Schlacht vonMarathon, 493 vor Christi Geburt.

3 Seheleti Gumani dilucidati dal Ganonico Andrea di Jorio Nap. 1810. 8°.De monumentis aliquot graecis e Sepulcro Gumaeo recenter effosso erutis etc. autoreF. C. L. Sickler. Weimar . Jorio sepolcri antichi pag. 26. Das Grab von Armento,dessen vier Seiten mit Ornamenten und Figuren aus kolorirtem und vergoldetem Stuccoverziert waren. Antichitä Pestane von Canon. Bamonte. Memorie sui monumenti diantichitä da. D. Nicola tavol. VI. Das Grabmal zu Ruvo: R. Rochette peint. ant.Pag. 464.