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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Vollendeter Stil.

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Der weisse Marmor wurde aber nicht wegen seiner Farbe gewählt,wenigstens nicht damit diese, das Weiss 1 nämlich, sich als solches prä-sentire, noch viel weniger scheint an die Benützung buntgefärbter Marmor-arten zu polychromen Zwecken in jener besten hellenischen Kunstperiodeallgemeiner gedacht worden zu sein, obschon diess in Einzelnfällengeschehen mochte. 2 Was bewog dann aber zu der Einführung diesesneuen Baustoffes? Auf den ersten und ansehnlichsten Grund dazu hatschon Quatremcre de Quincy hingewiesen; er sagt (Jup. Olymp, pag. 31):„Les anciens separhrent beaucoup moins qu’on ne le se figure dans leurstravaux les plaisirs des yeux de celui de l’esprit; c’est ä dire que larichesse, la varidtd et le beautc des matibres qui sont la parure desouvrages de l’art furent chez eux bien plus intimement reunies qu’on nele pense au beau intrinseque ou ä la perfection imitative qui sans aucundoute en sont le principa.1 merite.“

Doch abgesehen davon wurde im ganzen Alterthum unglaublicherWerth auf die Aechtheit und den kostbaren Gehalt des Stoffs, worausein Werk der Kunst ausgeführt werden sollte oder war, gelegt, selbstwo dieser gar nicht sichtbar hervortrat; und man liebte dessen Beschaffen-heit, obschon sie das Erscheinen des Werks wenigstens nicht unmittelbarbetraf, vor allem anderen hervorzuheben. Das Gold zu den chryselephan-tinen Statuen, wie zu anderen Weihgeschenken, musste z. B. durchausunlegirt sein, obschon es zum Theil mit bemalten Ornamenten bedecktwurde. Doch erstreckte sich das Interesse für das Stoffliche auch aufminder kostbare Mittel der Ausführung. Ohne die vielen Stellen anzu-führen, in denen von Monumenten aus Poros und andern Bausteinen dieRede ist, wovon wir bestimmt wissen, dass sie unter Stuck und Farbenunsichtbar wurden, sei nur beispielsweise an die bereits citirte Stelle imJosephus über den Judentempel erinnert, wo hervorgehoben ist, dass eraus weissem Steine erbaut gewesen sei, obschon von ihm (nach Josephus )weder innerlich noch äusserlich ein Fleck sichtbar blieb, sondern er ganz

1 Das Weiss wurde häufig sowohl auf dem tectorium wie später auf der Marmor-fläche besonders mit weisser Kreide aufgesetzt. Die beste Kreide kam ausAegypten, sie hiess Paraetonion, von welcher Plinius sagt, sie halte am besten aufdem Stuck; tectoriis tenacissimum propter laevorem. (XXXV, 6.) Diess beweisen auchdie Wände und Decken der griechischen und etrurischen Gräber, sowie das Weisswerkzu Pompei.

2 So z. B. machen mich in dieser Frage die grünen offenbar antiken Säulen,deren Ueberreste in dem Inneren des Tempels der Athena Polias gefunden wurden,unsicher,

Semper, Stil. I.

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