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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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443
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Textile Kunst. Verdrängung der Wandmalerei durch die Tafelmalerei. 443

Asien und Aegypten sind das Vaterland der edlen und halbedlenSteine, für welche schon im frühen Alterthume eine sehr grosse Vorliebeauch unter den Griechen und den italischen Völkern herrschte. Dochscheint das Schleifen und Schneiden dieser harten und kostbaren Stoffelange Zeit das Privilegium der Aegypter und der Asiaten geblieben zusein, die ihre geschnittenen Steine als Handelsartikel nach Europa brachten, woher sich das alleinige Vorfinden ägyptischer, phönikischerund assyrischer Gemmen und Intaglien in den älteren Gräbern derEtrusker und Griechen erklärt. Diese Intaglien dienten als Petschaft undzu Schmuckgegenständen. Die ersten eigenen Versuche der Etruskerund Griechen in der Stein- und Stempelschneidekunst waren rohe Nach-ahmungen der asiatischen Vorbilder, und erst in der grossen Zeit derKunstreife gelangte auch diese Kunst zu einigem Ansehen, obsehon siesich eigentlich erst einbürgerte und ihre höchste Vollkommenheit erreichtekurz vor der Zeit Alexanders, dessen Steinschneider Pyrgoteles in dieserpeniblen Kunst den höchsten Ruhm erreichte, der auch eigentlich nurallein unter allen seinen Kunstgenossen von den Autoren genannt wird.Doch blieb diese Kunst hauptsächlich noch auf die Ausführung vonSiegelringen beschränkt!

In Asien war die Glyptik während dieser Zeit in Beziehung aufeigentliche Kunst statiouair geblieben oder hatte sogar Rückschrittegemacht, dafür aber ein sehr ausgedehntes Feld ihres Wirkens gewonnen,indem sie zu der Ausschmückung der kostbaren Geräthe und Gefässeaus edlen Metallen mitwirken musste, die zwar von frühester Zeit denvornehmsten Luxus Asiens ausmachten, aber unter den älteren chaldäisehenund assyrischen Reichen, wie es scheint, noch nicht Juwelierarbeiten waren.Dieser Aufwand wurde noch überboten durch die gleichfalls im Orienteinheimischen, aber zur Perserzeit am höchsten geschätzten ganz ausedlen Gesteinen von ungewöhnlicher Grösse geschnittenen Becher undSchalen. — Er hatte sich sogar schon auf die Baukunst ausgedehnt, indemdie Glyptik theils der Metallbekleidung der Monumente nach der Analogieder Gefässe ihre farbige Pracht lieh, theils sogar die Tafeln (crustas)aus buntfarbigem kostbarem Steine von möglichster Grösse präparirte,die als Wandbekleidung benützt wurden, als Ersatz für die wenigerluxuriösen Holzgetäfel, oder die skulpirten Alabasterplatten deralten Zeit.

Es liegen sichere Anzeichen vor, dass dieser Luxus in Asien zurZeit der Eroberung Alexanders der herrschende war; er lässt sich ausden abenteuerlichen Berichten des Philostratus und anderer späterer