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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Verdrängung der Wandmalerei durch die Tafelmalerei. 445

woher auch die Gallier und Kelten diese Kunst entlehnten, oh sie sievom Orient mitbrachten oder von den Phönikiern erlernten, sicher bleibtder Orient der Erfinder auch dieser Anwendung des Glasflusses, unddass wenigstens eine Art von Emailliren auch in Griechenland und inItalien zum Theil früh geübt wurde, beweisen kleine metallische Gegen-stände des Luxus und des Zierraths echt griechischen Stiles mit einge-schmolzenen Glasflüssen, deren das borbonische Museum zu Neapel , derLouvre und das britische Museum mehrere enthalten, und die auch sonstin den Sammlungen nicht selten sind.

Als verwandt sind hier noch die musivischen Zierden und Malereiender Wände und Gebäudetheile anzuführen, die, wie oben unter Chaldäaund Assyrien gezeigt wurde, aus einer uralten Praxis der Innerasiatenhervorgingen. Obschon Beweise existiren, dass die Mosaikfussböden inGriechenland schon früh eingeführt waren und davon ein sehr altes, demV. Jahrhundert v. Chr. angehöriges Exemplar sich zu Olympia erhielt,fällt doch die eigentliche Verbreitung der musivischen Dekoration erst indie alexandrinische Zeit. Sie ward nicht selten eine Nachbildung derälteren polychromen Plastik, Füllungen mosaikirter polychromer Reliefswurden in die Wände und Decken eingelassen. Ein Theil dieser musi-vischen Reliefs, z. B. das schöne Relief in dem Wiltonhouse, welches ichGelegenheit hatte zu sehen, die Spes in Neapel , das Pendant dazu, derMerkur, die beide aus Metapont kommen sollen, und andere sind nochdurchaus griechisch und wahrscheinlich aus voralexandrinischer Zeit; siesehen, sie mit Vorliebe beschreiben, wie Rochette, und dennoch ein Un-gläubiger an der Polychromie der antiken Plastik bleiben, das sind schwerzu lösende Widersprüche . 1

Man wird eben so wenig wie für die früheren Perioden der Bau-kunst irren, wenn man auch für die alexandrinische Zeit an der Analogiemit der Vasenkunst, wie sie sich gleichzeitig umbildete, festhält. Diemit Edelsteinen inkrustirten Metallgefässe, die emblematisirten und argu-mentirten Praclitgeräthe, wie sie z. B. Cicero in seinen Reden gegenVerres anführt, sind genau so bezeichnend für den dekorativen Stil derBaukunst dieser Zeit, wie die enkaustisch buntfarbigen für die vorher-gehende, die oligochromen korinthischen und attischen Prachthydrien für

1 S. Rochette, peintures antiques inedites. — Die in dem genannten Werkemitgetheilte Isis ist zuverlässig aus ptolemäischer Zeit, aber die beiden Stücke, Spesund Merkur genannt, halte ich für noch halb archaische Kunst und mit den metapon-tischen Tempeln aus gleicher Blüthezeit dieses griechischen Freistaates entsprossen.