Textile Kunst. Die Römer als Welteroberer.
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Das Prinzip dieser Wanddekorationen, architektonisch gefasst, istähnlich dem griechischen der polygnotischen Zeit, nämlich die allgemeinetapetenartige Ausbreitung der fortlaufenden Bilder über die ganze, meistensmit einem gemalten Lambris von dunklerer Färbung versehene, Wandin einer oder mehreren friesartigen Zonen über einander. Tafeln, Felder,Lesenen (abaci, orbes, cunei etc.) und andere Motive, die Vitruv als deralten Weise der farbigen Wandbekleidung entsprechend bezeichnet, findensich unter den älteren und selbst unter etrurischen Gräbern spätererZeit, wie die Börner bereits ganz Italien beherrschten, noch nicht vor,woraus abzunehmen ist, dass jene angeblich den Alten (veteribus) an-gehörigen Inkrustationsnachahmungen in Putz wahrscheinlich nicht ältersind, als die alexandrinische Zeit.
§• 83.
Die Römer als Welteroberer.
Die Einflüsse, welche das Plünderungssystem der römischen Triumpha-toren, Prokonsuln und Aedilen der späteren Bepublik auf Sitte undLebensweise der Börner im Allgemeinen, sowie besonders auf die römischeBaukunst herbeiführte, sind bereits des Genauen behandelt worden (obenSeite 277 u. ff.). Die Tempel, Märkte und Hallen, sowie die Häuserund Villen der kunstdilettantistischen und prunksüchtigen römischen Bürgerund Freigelassenen füllten sich mit geraubten Statuen und Bildern, wo-durch jene Werke einen nur äusserlichen, die architektonische und deko-rative Komposition anfänglich gar nicht berührenden, dann nur unvoll-ständig und auf mehr oder weniger gewaltsame Weise in sie einverleibten,Schmuck, erhielten. Aber hierin waren die Börner nicht originell, sondernnur die Erben und Erweiterer eines, wie oben gezeigt wurde, bereits vonden Griechen seit Alexander und schon früher angenommenen dekorativenSystemes. Diesem entsprach auch die polylithe Dekoration, welch’ asia-tischer Luxus gleichzeitig in die Baukunst, in die Skulptur und in dieKleinkünste eingedrungen war, und bereits wenigstens in den griechischenHauptstädten Asiens und zu Alexandria in voller Blüthe stand, ehe dieBörner ihre Macht bis dorthin auszudehnen begonnen hatten. Sie hatteauch bereits bei den Griechen zu der Erfindung und Vervollkommnungjener Art von Wanddekoration mit farbigem Putze geführt, die Vitruv in seinem siebenten Buche mit grosser Genauigkeit beschreibt, indem erzugleich zu verstehen gibt, dass die Griechen in der Verfertigung der-