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Viertes Hauptstück.
ausser dem gar vieles mit diesen weissen Herolden (Boten, Engeln) in Parallele stellenauch werden letztere sich vielleicht an den Wandgemälden Pompeji’s oder sonst anantiken Bildern fortverfolgen lassen, — was mir hier in dem an Hülfsmitteln desKunststudiums armen Zürich unmöglich ist.
Noch mache ich auf eine Stelle im Pollux aufmerksam, wonach die Nomophylaken,wenn sie die Pompa der Göttin anführten, mit weisser Kopfbinde bekrönt
waren. (Pollux VIII, 94.) Die Nomophylaken waren aber eine Art von Weibeln oderGesetzes Wächtern bei den Spartanern und wie die englischen Konstabler zugleichHerolde; auch diese tragen noch immer, vielleicht nach alter indogermanischer Ueber-lieferung, bei vorkommenden Pompen ihre weisse Binde am Aermel.
Nicht viel glücklicher werden gewisse Stellen aus dem Lukian von den Gegnernder Polychromie in der Plastik und in der Malerei benutzt; was zum Theil schonCh. Walz in der bereits citirten Recension der Schriften über Polychromie in denHeidelberger Jahrbüchern nachgewiesen. Diese hat aber Ulrichs nicht gelesen oderder Berücksichtigung nicht für würdig gehalten, denn in seinen Reisen und For-schungen macht er dieselben Stellen nochmals in dem alten Sinne geltend, als wärensie zuerst von ihm in diesem Zusammenhänge erwähnt worden. Mich veranlasste diess,die so oft citirten Stellen einmal nach ihrer weiteren Sinnesverknüpfung zu prüfen,und ich vertiefte mich dabei in die so interessante Lektüre des geistreichen Sophistenaus Samosata , der es liebt, seine Bilder und Gleichnisse aus dem Gebiete der Technikder bildenden Künste zu entlehnen und auf die Bemalung der Skulptur und Architekturso häufig und unzweideutig anspielt, dass es wiederum für die Gegner der Polychromienicht geratben war, auf ihn sich zu berufen. Die beiden Gespräche Imagines und deImaginibus drehen sich gleichsam um diesen Punkt herum; sie sind in der Wirklichkeitnichts anderes als die Paraphrase eines reizenden polychromen griechischen Bildwerkes.Alle Künste, auch die Poesie und Prosa, sowie die Philosophie, haben beigesteuert, eszu schmücken, nicht „bloss oberflächlich, sondern mit einer tief eindringendenBeize gesättigter Farbenpracht!“ 1
Die Philosophie ist als die Gesetzgeberin der Künste bezeichnet, welche dieArbeiten des Plastikers und des Malers an dem Bilde nach den Regeln beider Künstekorrigire und zeige, wie man dasselbe nach den Prinzipien der alten Plastikdurchzuführen habe. (Imag. II. 470. R.) — Eine Stelle, die es fast zur Gewissheitmacht, Lukians Archetyp sei ein wieder in aller Frische erneuertes Bildwerk der altenMeister, die er vorher aufführt, deren Werke wegen ihres Alters zu seiner Zeit denReiz der Farben verloren hatten, oder vielmehr ein noch viel reicher ausgestattetesne u e s Bildwerk, vollendet nach den Prinzipien der alten Kunst.
In dem Gespräche Jupiter Tragoed. 8. heisst es von den Elfenbeinstatuen, sieseien nur äusserlich bemalt und polirt, innerlich aber nichts als Holz; — wo dieWeisse des Elfenbeins hervorgehoben werden soll, ist es frisch geschnitten, (t*eXsipavu Tiptavcij op.otov. Imag. II. 467. R.)
Eine Stelle, die auf polychrome Architektur anspielt, wurde bereits im Texte an-geführt. (Arnores 84.)
1 Die Stelle ist für uns wegen der Unkenntniss der verloren gegangenenenkaustischen Technik unübersetzbar: y.üo: toutoic 4) Itv.öav y.jxoap/rp'to oux ayp: touc;uyeypa>33“f] povov, &XX’ I; ßäUoc; Ssogoitaioi; twi 'pap|j.av.o:c e; y.öpov y.'/Taßc'/pstsa. Imag.