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2 (1879) Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Tektonik. Technisch-Historisches .

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Die Renaissance vermeidet auch hier das Tendenziöse und kehrt zuder antiken Weise des Anschaulichmacliens der zwecklich-dynamischenThätigkeit dieses Baugliedes zurück.

Sie behandelt daher diesen Bug oder Knacken konsolenartig,aber im Sinne rückwirkender (nicht wie beim Balkenkopfe relativer)Widerstandsthätigkeit.

Den Stützpunkt findet der Bug in der Vorderfläche der unterenStandsäule, die daher passend mit kandelaberartigenMontans oder insonstigerWeise verziert wird, zur Aufnahme dieser Wirkung von Aussen.

Diess die Stützen und Träger, denen der Oberschoss und zunächstals Repräsentant desselben die obere Schwelle als Getragenes entspricht.Die gothische Periode behandelt sie wieder mehr sinnlich technisch, mitoft sehr geschmackvoller und freier Benützung der Zimmermannsprozessedes Abfasens, Auskehlens u. dergl. zu plastisch-dekorativen Zwecken.Eine Wassernase mit schrägem Abfall dient häufig zur Bekrönung, In-schriften oder ein gothischer Bogenfries ziehen sich auf der Schwellefort; mitunter ist sie stichbogenartig oder im steigenden Zickzack vonBalken zu Balken ausgeschnitten. Oft erscheint sie als nur eingewechseltund steht die obere Säule unmittelbar auf dem Balkenkopf.

Die Renaissance kehrt zu der Form des antiken Architravs zurück,behandelt die Schwelle demgemäss als durchgehenden Rahmen und alstragenden Gurt.

Es folgen über der Schwelle die Stützsäulen des Oberstocks mitihrem Geschränk.

Im Gothischen sind erstere, der Tendenz desselben gemäss, häufignach dem Prototyp des Strebepfeilers oder doch mit Anklängen desselbengebildet, Wassernasen, Rücklagen, Figurennischen, mit Kragstein undBaldachin, zur Aufnahme einer Holzstatue, Fialen, Wasserspeier, Wappenu. dergl. Das zwischengespannte Geschränk ist entweder einfach kon-struktiv (als mehr oder weniger durch Verzahnungen, Ausschnitte undAuswechslungen variirtes Rautengegitter), oder nach dem Subordinations-prinzip des gothischen Masswerkes (reich profilirte Zwischensäulen undZwischenschwellen, Rautengegitter innerhalb der so entstandenen Unter-abtheilungen des gegliederten Hauptfeldes) behandelt. In der Spätzeitverhüllt sich das schräge Geschränk hinter Holzfüllungen; gefaltete Per-gamentrollen, den Steinbalustraden entlehnte Durchbrechungen und son-stige Motive der Spätgothik bedecken sie.

Diese Tendenz, die schrägen Stützen der Geschränke theils zu ver-bergen, theils in Motive der Dekoration gleichsam aufzulösen, so dass

Semper, Stil. II. 19