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Das westliche Süd-Tirol / geologisch dargestellt von Richard Lepsius
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III. Formationen.

Lavamassen der Quarzporphyre ergossen. Zugleich wurden die paläozoischen Formationen über denMeeresspiegel erhoben, und die Denudation benagte den neuen Continent. Vielleicht erklärt sichdurch diese Zeit der continentalen Erhebung das Fehlen des Zechsteins in Südtirol ; denn noch keineunzweifelhafte Zechstein - Versteinerung ist bisher aus Südtirol bekannt geworden.

Der Bunt - Sandstein beginnt stets mit grobkörnigen rothen, dickgeschichteten Sandsteinen,welche mehr oder weniger angefüllt sind mit Gerollen von Quarzporphyr, von Quarzen, krystallinenSchiefern und den Gesteinen ihrer Unterlage. In der Val Giulis oberhalb Condino ist die Auf-lagerung des Bunt-Sandsteins auf dem Quarzporphyr gut aufgeschlossen; überall liegen hier abgerollteStücke des bei Condino anstehenden Quarzporphyrs in den unteren Stufen des Sandsteins. DieOberfläche des Porphyrplateaus war wenig eben, sodass der drüber geschüttete Sandstein ver-schiedene Mächtigkeit erhielt. Der Quarzporphyr tritt oben in der Val Averta noch einmal hochheraus zwischen dem umhüllenden Bunt-Sandstein; zugleich ruht hier der Sandstein auch auf demRothliegenden, welches am Fusse des Porphyrberges ansteht. Auch in der Val Romentera, westlichStoro , ragt ein Porphyrrücken hoch hinein in den Bunt - Sandstein, nachdem man lange über dierothen Sandsteine hinaufgestiegen ist. Rings der Val Caffaro ruht der Bunt-Sandstein auf denRothliegenden Schiefern, hier ebenfalls mit Conglomeraten beginnend. An der Hütte Grisa deroberen Val Caffaro, ist die Grenze zwischen beiden Formationen aufgeschlossen: die weichen Thon-schiefer des Rothliegenden sind seltener im untersten Bunt-Sandstein zu finden, als Quarzporphyr,Quarzgeröll und Glimmerschiefer-Stücke; daselbst lag ein drei Fuss grosser, völlig abgerollter Blockvon frischem Bozener Quarzporphyr im Bunt-Sandstein-Conglomerat. Der Chiese schliesst in derVal di Daone die Grenze zwischen dem Bunt-Sandstein und Quarzporphyr genügend auf; auffallendwenig Gerolle zeigen sich hier.

Der Ostabhang der Val Rendena ist Quarzporphyr: auf denselben lagert sich auch hier derBunt-Sandstein ohne irgend einen Uebergang in die Porphyr-Breccien, welche wir oben beschrieben;vielmehr zeigen die Rollstücke und Conglomerate im untersten Bunt-Sandstein, dass eine Zeit derDenudation dem Triassandstein voiaufging. Aus dem Etschthale hat bereits Gümbel (Schlern-und Mendel-Gebirge pag. 22) einen trefflichen Aufschluss für die Auflagerung des Bunt-Sandsteinsauf der Bozener Porphyrdecke angegeben: im Völlaner Bache bei Lana durchschneidet das Wasserden Sandstein und entblösst ihn; der dickbankige, grobkörnige Sandstein enthält hier sehr vieleGerolle des unterliegenden Quarzporphyrs; öfters wechsellagern diese Conglomeratbänke mit Sand-steinen, und keilen sich unregelmässig aus; in den bis 20' mächtigen Conglomeraten ist wenig Sand-steinmasse zwischen den Rollstücken des Quarzporphyrs zurückgeblieben.

Die italienischen Geologen würden diese Conglomerate des untersten Bunt-Sandstein wiedermit dem NamenVerrucano bezeichnen.

Von grosser Gleichförmigkeit baut sich der Bunt-Sandstein über diesen untersten Geröll-Schichten auf. Im unteren Theile sind es meist grobkörnige Sandsteine mit wenig Thonzwischen-lagen; die Körner bestehen aus Quarz- und Feldspath - Stückchen, wenig Glimmer - Schüppchen;gelegentlich schieben sich Quarz - Conglomerate ein, immer seltener Porphyr-Gerolle. Klüfte undDrusen zeigen sich ausgekleidet mit Quarz-Krystallen. Im Prisianer Bach bei Tisens traf ich im