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Das westliche Süd-Tirol / geologisch dargestellt von Richard Lepsius
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III. Formationen.

Floren in den geologischen Perioden in der Zeitschrift der deutsch , geol. Gesellsch. 1877 pag. 252veröffentlicht; es heisst dort über die Fauna von Fünfkirchen und Trient :überraschend ist es,dass der Kreis dieserZechsteinpflanzen ein so jugendliches Gepräge besitzt, wie man es inSchichten mesozoischen Alters, besonders in der jüngeren Hälfte, zu sehen gewohnt ist.Es istnöthig, sich von der Lagerung unter der Trias zu überzeugen, um an Zechstein zu denken.Diese Lagerung unter der Trias ist bis jetzt weder im Etschthal noch bei Fünfkirchen bewiesen.

Allerdings wollen einige Geologen in dem Bellerophonkalk, welcher in der Gegend vonGroden zwischen diesem Pflanzensandstein und den Röthschichten mit Myophoria costata sich vor-findet, Aequivalente des Zechsteins sehen, weil die Fossilien dieses Kalkes vorwiegend einen paläo-zoischen Typus tragen. Auch die neuste Abhandlung von Stäche, Beiträge zur Fauna der Belle-rophonkalke Südtirols , Jahrbuch der k. k. geol. Reichsanst. 1877 pag. 271, hat keine einzige typischeZechsteinform zu Tage gefördert. Daher auch der Bellerophonkalk nicht als Beweis für das Zech-steinalter der Ullmannia-Sandsteine von Trient angeführt werden kann. Die hervorragende Be-deutung des Bellerophonkalkes liegt vielmehr darin, dass er uns den bisher vermissten Uebergangzwischen der paläozoischen und mesozoischen Fauna zu bieten verspricht, wie die Alpen schon somanche Brücke schlugen zwischen scharf getrennten ausseralpinen Formationen.

Solange also keine neuen Entdeckungen gemacht werden, steht nichts im Wege, die rothenSandsteine von Südtirol für Bunt - Sandstein zu erklären.

Der Bunt - Sandstein nimmt in Hinter-Judicarien einen grösseren Raum unsrer Karte ein:das Plateau zwischen dem Chiesethal und dem Tonalit westlich Condino besteht vorwiegend ausdieser Triasstufe. Der Chiese hat den Sandstein in der Yal di Daone völlig durchschnitten; hochund schroff ragen beiderseits die dickbankigen, rothen Sandsteinwände auf. Zur römischen Zeitwurde hier Bergbau auf Eisen getrieben: weite, mit der Hand ausgemeisselte Gallerien durchziehennoch jetzt die Gehänge; gelegentliche Funde von römischen Münzen beweisen das Alter dieserStollen. Die Kosten sind jetzt zu gross, um die wenigen Spatheisengänge noch auszubeuten.

Auch in den andern Thälern dieses Plateaus zeigt sich die Eigenthümlichkeit aller Sand-steingebiete: leicht frisst sich das Wasser in das Gestein und lässt beiderseits steilabstürzendeGehänge zurück. Doch ist das Sandsteinplateau westlich Condino noch verhältnissmässig wenigzerschnitten von den Gewässern, sodass die Bäche meist in schäumenden Katarakten und Stürzendie engen Schluchten durchschiessen: so die Yal Giulis.

Dass sich der Bunt-Sandstein, ebenso wie die Quarzporphyre, unter der ganzen Etschmuldefortzieht, beweist sein constantes Auftreten an den Rändern und Aufbrüchen derselben: in der ValRendena begleitet er die Verwerfung zwischen Haupt-Dolomit und Glimmerschiefer. Nördlich desSulzberges breitet sich der Bunt - Sandstein in der Val di Rumo über den Quarzporphyr; hier ister nur 450' mächtig. Auf der Ostseite des Nonsberges erscheint der Bunt - Sandstein längs desMendelgebirges, regelmässig zwischen Quarzporphyr und Röth eingelagert: im Süden beginnt erbei Curtatsch; steigt auf die Porphyrplatte von Kaltem; läuft über den Matschatsch durch dasTiefenthal und den Weissbach; und endigt erst nördlich im äussersten Ende der Etschmulde beiVöllan an der Gail. Jenseits der Etsch auf der westlichen Seite, blieben bedeutende Reste der