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III. F ormationen.
Kalke auf, welche grosse, starkrippige Exemplare der Halobia Lonimeli in grosser Menge ent-halten; auf das Strassengeländer sind mehrere solcher schwarzen Kalkplatten, voll von der Lom-meli, aufgemauert. Darin fand ich auch einen Ammonites Aon Mstr. Dieselben Bänke stehenüber Marcheno bei der Contrada di Cesovo an.
Gegen Westen habe ich die Halobienschichten mit Sicherheit erst wieder in der Val diScalve angetroifen: die neue Strasse durch die Dezzo-Schlucht oberhalb Angolo durchschneidet dieKnollenkalke und die dünnschichtigen, schwarzen Kalke dieser Trias-Stufe. Die Halobia Lonimeliist wieder die leitende Versteinerung, daneben globose und Aone Ammoniten. In diesen gewun-denen Kalken steckt ein Porphyr, dessen Beschaffenheit wir im petrographischen Theil kennenlernen werden; er interessirt uns hier desswegen, weil er eingehüllt ist von eigenthümlichen Tuffen,welche wiederum mit der Pietra verde übereinstimmen. Das Muttergestein dieses Tuffes wird unsnun hier in der Val di Scalve zum ersten Male bekannt. Es dürften mehrere oder viele Erup-tionspunkte dieses Porphyrs, welcher den Piedra verde-Tuff um sich gestreut hat, in den BergenSüd-Tirols versteckt liegen. Die weit vom Wasser fortgeführten und schichtenförmig abgelagertenTuffe aber werden wegen ihrer grossen Verbreitung leichter an der Oberfläche sichtbar, als dieverhältnissmässig kleinen Eruptionscentren. Der starre Porphyrstock ist hier in der Dezzo-Schluchtbei der Erhebung der Berge in die Lommeli-Schichten hineingedrängt worden; daher die Faltungenund Knickungen dieser dünnschichtigen Kalke. Es legt sich über den höchsten Punkt des Por-phyrstockes gleich auf den umhüllenden Tuff der Esinokalk der Presolana unmittelbar auf.
Weiter hin fährt die Verwerfung des Giogo di Castione herab in’s Dezzo-Thal, so dassjenseits die Halobien-Schichten im Niveau der Raibler-Schichten von Spigolo erscheinen. An derStrasse, welche vom Giogo hinabzieht längs der Presolana nach dem Dorfe Dezzo, treffen wirhäufig die Halobia Lommeli in grossen, ausgespreizten Exemplaren an, zugleich mit Äonen Am-moniten.
Bei den Häusern, Valle und Castello genannt, liegen grossluckige, gelbe Rauchwacken imoberen Theil der Halobien-Schichten gleich unter dem Esinokalk. Es ist dies der einzige mir be-kannte Punkt, an welchem Zellendolomite in den Halobien - Schichten auftreten. Weiter hin amWege nach Colere brechen mehrere Gänge eines basischen Porphyrs auf. Ueberhaupt sind dieHalobienschichten wohl die jüngste Triasstufe, in welcher echte Porphyre Vorkommen; bis hierhinauf ist die ganze Trias der Süd-Alpen durchschwärmt von den verschiedensten Porphyren. ImSchlerndolomit und in den Raibler Schichten erumpirten dann die Melaphyr-artigen Augitporphyre.Vom Hauptdolomit an aber hört die reiche Eruptionszeit in den Süd-Alpen endlich ganz auf, biswieder zur Tertiärzeit die Basalte und Trachyte ihre Ströme ergossen.
In der oberen Val di Scalve, bei Schilpario und Pradello streichen die Halobien - Schichtenauf der südlichen Thalseite durch den Fuss jener gewaltigen Esinokalk-Berge, welche sich um dieCima di Moren lagern. Das andere Ufer liegt nördlich einer grossen Längsverwerfung und enthältdie an Eisenerzen reichen Servino-Ablagerungen.
Die westlichen lombardischen Alpen, die Val Brembana und die Umgebung des Corner Sees,haben bisher eine Trennung des Muschelkalkes und der Halobien - Schichten nicht erlaubt: die