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Das westliche Süd-Tirol / geologisch dargestellt von Richard Lepsius
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Rhätische Schichten.

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ob Dimaro hat am Wege eine Wasserleitung schwarze Kalke und Mergel aufgebrochen, in denenich Modiola minuta Gldf. und Terebratula gregaria Suess sammelte.

Im Nonsberge fehlen die sämmtlichen Formationen vom oberen Haupt-Dolomit an durch dierhätische Stufe bis hinauf unter den Diphyakalk. Wenn wir bedenken, dass in dieser langen Zeitder Nonsberg über Wasser lag und durch den Regen denudirt wurde, so müssen die zunächst aufdem jetzt noch vorhandenen Unteren Haupt-Dolomit folgenden Schichten, also oberer Haupt-Dolomit, rhätische Schichten, und vielleicht noch etwas Lias, fortgewaschen sein. Ohne dieseUeberlegung müsste es Wunder nehmen, dass diese Formationen noch ganz in der Nähe, in derCasale- und Tosa-Gruppe so mächtig ausgebildet sind.

Weiter nach Osten über die Etsch hinüber, jenseits des Porphyrplateaus von Bozen , imGebiete von Sanct Cassian und Ampezzo ist nirgends die rhätische Mergelfacies entwickelt; überallherrscht hier die pelagische Dolomit-Facies mit den überdauernden Versteinerungen des Haupt-Dolomites. Erst im Pusterthale bei Lienz greifen die Uferabsätze und brakischen Schichten derAvicula contorta wieder Platz.

Auch im Süden, bei Rovereto und Recoaro, sowie in den Sette Communi überlagern denmächtigen Haupt-Dolomit sofort graue Liaskalke. Nahe Rovereto , an der durch Benecke be-rühmten Lokalität der Sega di Noriglio im Arsathale, enthält der Lias eine Uferfauna; die Thier-reste hier sind zwar aus späterer Zeit, als die rhätischen Mergel, aber doch erinnern entschiedeneinzelne Formen an die Muscheln, welche am rhätischen Ufer lebten; ich mache besonders auf dieeigenthümliche Avicula spini costa n. sp. Taf. VII, Fig. 1 aufmerksam, an Gestalt nachgebildet derAvic. contorta selbst.

Zugleich ist es eigenthümlich, dass da, wo die rhätischen Mergel fehlen, und die pelagischeFacies unbehindert fortging, die Megalodonten fortdauern bis in den oberen Lias, in der Form desMegalodon pumilus Ben., so bei Rovereto und am Monte Gaza bei Vezzano. Dagegen mit demErscheinen jener Mergel in dem folgenden Lias die Fauna von Noriglio ausbleibt, und statt dessenAmmoniten sich einstellen, wie in dem Ledro-Thale und den lombardischen Alpen.

Westlich des Garda Sees durch die südliche Kalkzone bis hin zum Luganer See treten dierhätischen Schichten mit grosser Constanz auf, und in analoger Ausbildung wie diejenige, welchewir am Monte Lanino kennen lernten. Die fruchtbaren Thalweiten in den lombardischen Bergensind häufig gebildet durch Contorta-Mergel; an andern Orten liegen sie verstürzt und eingeklemmtzwischen dem hochaufragenden Haupt-Dolomit und den mächtigen Jurakalken.

Curioni zeichnet auf seiner neuen Karte der Lombardei einen Kranz von- rhätischenSchichten von Tremosine am Garda See durch die untere Val Sabbia und Val Trompia bis zumLago dIseo. So continuirlich ist das rhätische Band nicht: von Tremosine bis zur Val Sabbia istkeine Spur der rhätischen Schichten vorhanden; hier trennt eine bedeutende Verwerfungsspalte dieam Garda See hinziehenden oberen Jura- und Kreide-Kalke von dem dahinter aufsteigenden Haupt-Dolomit. Aber westlich der Val Sabbia beginnen die Contorta-Mergel und lassen sich leicht ver-folgen. Ich will hier nur diejenigen Orte anführen, welche ich selbst besucht habe. Alles weiterefindet man bei Curioni, Geologia . I. pag. 236 ff.

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