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III. Formationen.
Nummuliten-Schichten; ausser bei Romallo, stehen sie zu Tage in der Umgebung von Cloz undRivö; und endlich in den Wasserrissen südlich an Castelfondo. Letzteres Vorkommen der Tertiär-formation ist das nördlichste der Etschmulde; kaum ein anderer Tertiärpunkt der Süd-Alpen dürfteso weit nach Norden vorgeschoben sein.
Im südlichen Nonsberge breiten sich die Eocänen Mergel und Kalke noch weiter aus, alsim Norden: überall wo die Erosion die Diluvialdecke durchschneidet, erscheinen die Nummuliten;leicht sind dieselben Versteinerungen, wie bei Romallo , zu sammeln in dem tiefen Einschnitt derTeresenga (unteres Tovelthal) unterhalb Tuenno , in welche sich mit langer Schleife die Poststrassedes Nons- und Sulz-Berges hinabbegeben muss. Auf dem Hochgrate des Sas rosso sind über derScaglia keine Tertiärreste zurückgeblieben; die Denudation hat sie von dort schon fortgefegt, wiedieselbe jetzt die Scaglia allseits annagt. Aus der Nonsberger Mulde ziehen die Nummuliten-Mergel und Kalke hinüber nach Stenico: im Wasserriss vom Fai-Passe bei Cavedago stehen siean; auf der Landzunge des Lago di Molveno und bei Molini. Längs der Sarca in der Thalweitevon Stenico erscheinen die grauen Mergelschiefer unter dem Diluvium; gegen den Monte SanAlberto liegen blaugraue harte Kalkblöcke voller Nummuliten herausgewittert auf den Feldern vonLarido und Duvr6; in dem Wasserriss bei Cilla sind die Schichten aufgeschlossen.
Am Lago Doblino sind dem Fuss des Monte Gaza die jüngeren Formationen vorgeworfen:rings des Sees stehen hellgraue Mergel mit harten Nummuliten-Kalkbänken an; auf dem Westuferragen auf einer schmalen Terrasse die schwerverwitternden Kalke hervor: grosse (bis 30 mm ) Num-mulites cf. Puschi d’Arch., Clypeaster und Cidariten-Stacheln schlug ich aus dem Gestein. Gleichdieser Ablagerung gehört auch schon der Monte Brione bei Riva zu der östlichen Gebirgskettedes Monte Baldo und Orto d’Abramo.
Der Monte Brione erhebt einsam seinen Gipfel über das Schwemmland des Seethaies vonRiva und Arco ; seine Schichten fallen mit seiner Oberfläche in West 25—30° ein; sein Ostrandist eine unersteigliche Wand; südlich bespühlt der Garda-See den schroffen Abhang. Das Funda-ment des Berges besteht aus hartem Nummulitenkalk; die hellgrauen Mergel fehlen (liegen unterThal), es sind hier höhere Schichten als bei Romallo , oberstes Eocän.
Der dichte, muschlich brechende Kalk auf der Ostseite des Monte Brione erscheint fast alsungeschichtet, so gleichmässig ist das Material; der Kalk ist eigenthümlich grossoolithisch: ineiner blauen Grundmasse liegen hellgelbliche concentrisch-schaalig struirte, rundliche Concretionen,doch so, dass das ganze Gestein ein inniges Gefüge hat und dass die Oolith-Concretionen sich nurdurch die Farbe und Structur von der übrigen Kalkmasse abheben, nicht ablösen. Ueberall er-scheinen in diesem Grossoolithe die Nummuliten, meist die grosse Form N. cf. Puschi d’Arch.Daneben ein breitrippiger Pecten, der auch in höh'eren und tieferen Schichten vorkommt, Clypeaster,und Korallen. Auf diesen Nummulitenkalken folgen Schichten, welche wir dem Miocän zurechnen.