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III. Formationen.
Ebene. Seitlich sind die Schuttmassen vielorts erhalten; so ist die Terrasse von Cologna bei Arco hoch bedeckt, mit Gerollen und Sanden. Weiterhin ist der Lago di Tenno verschlossen durcheinen Schuttriegel; hier drangen aus der Thalweite von Stenico wohl bedeutende Gletscher herüberin die Garda-Spalte, da der Gaza-Casale Gebirgszug sich östlich quervorlagert vor die Stenicomulde,und die unterbrechende Sarcaschlucht zu eng war zum Durchfluss der Gletscher.
Die Thalweite von Stenico war zur Diluvialzeit sicherlich hocherfüllt mit Gletschern; wie einungeheures Firnfeld mögen die hier zusammenströmenden Gletscher ausgesehen haben. Aus demoberen Sarcathal schleppten die Gletscher Tonalitblöcke vom Adamello herab; aus der Val diDalcone und Val Senaso drangen secundäre Gletscher von der Cima di Naudis; und durch dieMolveno-Mulde floss ein grosser Theil des Nonsberger Gletschers herüber. Alle diese Eismassenstauten sich in der Ebene von Stenico auf vor den rings umschliessenden Barrieren. Der jetzigeAbfluss der Sarca durch die enge Schlucht wird, wie gesagt, kaum Gletscher-Abfluss gewesen sein.Daher findet sich auch in den Schuttablagerungen an der unteren Sarca (von Alle Sarche bisArco ) so wenig Tonalit-Geröll. Balino liegt nur 1000' über dem Ponte delle tre Arche bei Stenico,eine Höhe, welche von den gegen 2000' mächtigen Gletschern leicht überstiegen werden konnte.
Bedeutende Schwierigkeit setzte dem Durchfluss der Gletscher auch die obere Sarca-Schlucht(bei Stenico) entgegen, sodass der grössere Theil der Eismassen, welche aus der Val di Genovavordrangen, über die niedrige Wasserscheide von Roncone hinübergestiegen sein mag in das Chiese-thal. Der Thalkessel von Tione , bis hinauf nach Villa, die Val di Breguzzo und die Val diRoncone sind bedeckt mit den Schuttmassen der Gletscher. Bis 3000' hoch, also 1500' über derSarca, liegt der Schotter mit grossen Tonalit- und Glimmerschiefer-Blöcken auf dem Vorberge vonTione . Dass die Val Roncone erfüllt ist mit Tonalit-Geröllen beweist, dass der Breguzzo-Gletscherüber die Wasserscheide .hinüberströmte ins Chiesethal; denn das Ronconethal könnte sonst nureigne Gesteine enthalten.
Im Chiesethal sind verhältnissmässig wenig Reste der Grundmoi'änen übrig geblieben; derChiese hat aufgeräumt. Nur bei Condino und Cimego sind hohe Schuttterrassen. Aber die schönenGletscherschliffe auf dem Quarzporphyr sprechen hier deutlicher als jeder Diluvial - Schutt für dieeinstige Gletscherbedeckung.
Der Genova -Gletscher hat seine Tonalitspalte gehörig abpolirt und angerissen; auch genugMoränenschutt in der Val di Genova zurückgelassen. Oben an der Bedole Alpe sperrt eine ty-pische Frontmoräne das Thal, eine der seltenen Frontmoränen unsres Gebietes. Besonders gegen-über des Ausganges der Val di Genova bedeckt hoch hinauf mächtiger Gletscherschutt den Bregndel Oro und die Abhänge oberhalb Giustino; natürlich herrschen unter den Gerollen die Tonalit-Blöcke vor. Noch mehr Schutt ist zurückgeblieben auf dem Glimmerschiefer der Vera Montagna,und auf der Verwerfung gegen Campiglio hinauf. Es mögen hier die Grundmoränen so stark auf-gestaut worden sein durch den unten vorbeifliessenden Sarca-Gletscher. Die Wasserscheide vonMadonna di Campiglio (5000') war auch für die Gletscher eine Scheide: jenseits floss der Nos-gletscher zum Nonsberge hinab.
Die Val di Sole und die Val di Non sind nun besonders stark bedeckt mit Gletscherschutt.