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Das westliche Süd-Tirol / geologisch dargestellt von Richard Lepsius
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163
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Eruptiv-Gesteine der Triasperiode.

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1. Die Augitporphyre sind dunkelgrün bis schwarz gefärbte Gesteine, in deren mikro-krystallinera Gemenge von Plagioklas, Augit und Magnetit grosse Augit-Krystalle und -Körner ma-kroskopisch ausgeschieden liegen; zuweilen ist ein Theil der Augite in Uralit umgewandelt. DieAugitporphyre sind basischer als die übrigen, basaltartigen Gesteine Südtirols : sie enthalten45—49 °/ 0 SiO 2 , weil sie mehr Augit als die andern enthalten. Sie wurden schon von Richt-hofen, Tschermak u. a. abgetrennt; Tschermak berechnet für sie 71 °/ 0 Feldspath, 18 Augitund 11 Magnetit; für die andern schwarzen Mikrodiabase des Fassathales, welche er noch Mela-phyre nennt, 79 °/ 0 Feldspath, 14 Augit und 7 Magnetit bei 50—53 °/ 0 SiO 2 . Die Augitporphyrebrachen zur Zeit der Halobia Lommeli (Wengener Schichten, obere Halobien-Schichten) hervor,breiten ihre mächtigen Ströme zwischen den Sedimenten aus und mischen ihre bedeutenden Aschen-und Rapilli-Tuffmassen mit dem sedimentären Material (Sanct Cassianer Tuffe); sie sind beschränktauf das Gebiet von Sanct Cassian, der Seisser Alp und des Fassathales, fehlen im westlichen Süd-tirol, den lombardischen und venetianischen Alpen .

2. Uralitporphyr ist ein schwarzer oder dunkelgrüner Mikrodiabas mit gross ausge-schiedenen Uraliten; er steht z. B. am Monte Mulatto an mit der nächsten Varietät zusammen.

3. Schwarze Mikrodiabase, in deren mikrokrystalliner Grundmasse grosse (bis 15 mm ), glän-zende Plagioklase schwimmen; es ist diese Varietät sehr häufig im Fassathale und wurde früherspeziell als Melaphyr bezeichnet. Dieser Mikrodiabas durchbricht die Decken und Ströme desAugitporphyrs und dringt bis in den Schlerndolomit ein.

4. Basalt-ähnlicher Mikrodiabas von gleichmässig feinem Korne; die kleinen Plagioklaseherrschen vor, der Augit und Magnetit treten zurück. Das makroskopisch dichte Gemenge löstsich unter dem Mikroskop stets mikrokrystallin auf. Accessorisch stellt sich Hornblende, Olivinund Enstatit ein. In ihrem äusseren Habitus gleichen diese schwarzen oder schwach röthlichen,feinkörnigen Gesteine vielen der einstigen Melaphyre des Rothliegenden in Rheinhessen, der Pfalz und am Harze, sowie den Palatiniten Laspeyres ’ und Streng’s. Rosenbusch rechnet diesedeutschen Gesteine zum Theil zu seinen Diabasporphyriten (1. c. pag. 385). Dieser Mikrodiabas istdas jüngste Eruptivgestein der südalpinen Trias; er findet sich, soweit ich ihn kenne, eingelagertin Decken und Stöcken zwischen den Raibler Schichten (Keuper) des westlichen Südtirol , des Trettobei Schio und bei Recoaro. Um diese Varietät der Mikrodiabase mit einem Worte von den nächst-verwandten Gesteinen unterscheiden zu können, bezeichne ich sie als „Nonesit“, nach der Valdi Kon benannt, ohne für diesen Kamen eine allgemeinere Bedeutung beanspruchen zu wollen.

5. Die vier genannten Varietäten des Mikrodiabases gehören der oberen Trias an und zwarder Zeit vom Wengener Kalk bis hinauf in die Raibler Schichten, während welcher Zeit dieschwarzen, Magnetit-reichen Gesteine allein, ohne Kebenbuhler herrschen. In der unteren Triastrifft man mit den Porphyriten zusammen andre Mikrodiabase an, welche nicht basaltartig sind,vielmehr den paläozoischen Mikrodiabasen in ihrem äusseren Wesen nahe stehen; solche Gesteinewerden wir aus der Val Trompia und aus dem Tretto bei Schio kennen lernen.

Die Plagioklas-Hornblende-Gesteine haben in der südalpinen Trias eine geringereVerbreitung, als die Diabase. In dieser Gruppe unterscheidet Rosenbusch wieder die absolut

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