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Das westliche Süd-Tirol / geologisch dargestellt von Richard Lepsius
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239
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Die Lanino-Gruppe.

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Dicerocardium Jani Stopp.

Modiola pupa Stopp.

Qervillia sp. Sehr häufig sind Gervillien, ähn-

Myophoria picta n. sp. Taf. I, Fig. 10.Pinna reticularis Ben.

Natica incerta Ben.

lieh der Avicula exilis, aber mit Ligament- Pecten sp.gruben.

Natica und Turbo sind nicht selten im Haupt-Dolomit. So fand ich am Monte Bragoneinen grossen (70 mm hoch) Turbo mit starken seitlichen Knoten und concentrischer Streifung.

Bei der Unzugänglichkeit der Dolomite und der verhältnissmässigen Seltenheit der Verstei-nerungen (abgesehen von den Gyroporellen) war es mir nicht möglich, eine Gliederung dieser somächtigen Formation vorzunehmen. Indessen konnte ich soviel feststellen, dass die Haupt-Dolomiteder Lanino-, Gaverdina- und Tosa-Gruppen keine Raibler Schichten, Schlerndolomit oder Esinokalkan ihrer Basis zeigen; vielmehr bestehen diese Berge von den Thalsohlen hinauf bis unter dieAvicula cowtorto-Schichten nur aus Haupt-Dolomit. Trotz alles Suchens habe ich nur Versteine-rungen gefunden, welche für diese Etage charakteristisch sind, keine einzige, welche auf tiefereHorizonte deutete. Auch ist der Haupt-Dolomit hier eine reine Dolomit-Ablagerung, durchgehendsist es krystalliner Dolomit; die Hohlräume des Gesteins sind austapezirt mit Dolomit-Rhomboedern.Nirgends sah ich in dieser Etage Mergel - oder Kalkbänke eingelagert.

Wer diese regelmässig aufgebauten, wohlgeschichteten, dichten Dolomite der Val Ampolaeinmal gesehen hat, und darin die feinsten Organismen schön erhalten, der kann kaum die Mei-nung hegen, dass er hier Schichten vor sich hat, die irgend eine Metamorphose durchgemachthätten; vielmehr weisen die Lagerung, die Homogenität des Gesteins, der treffliche Erhaltungszustandder zart organisirten Gyroporellen, die so massenhaften Versteinerungen überhaupt, darauf hin,dass wir es hier mit einer Ablagerung zu thun haben, welche weder durch Auslaugung dolomiti-scher Kalke, noch durch Magnesia-Anreicherung irgend einer Art, noch durch Korallenriffe ent-standen, sondern ebenso wie Kalkstein und wie dolomitischer Kalk, auf dem Grunde des Keuper-Meeres mit sammt oder mittelst der absterbenden Organismen niedergeschlagen worden ist.

Sowohl in die Val Ampola, als in ihre engen Nebenschluchten, z. B. in die Dolomitspalteder Val Loriua haben die Gletscher Tonalit-Blöcke getragen. Noch eine Stunde weit aufwärts inder Val Lorina liegen im Bach solche bis 7' hohen Blöcke, zum Zeichen, dass diese Berge vonden Gletschern überfluthet waren.

Val Lorina.

(Siehe hierzu Zeichnuug auf Seite 240.)

Von den Ruinen des Forte dAmpola geht nach Süd in die enge Dolomitspalte der ValLorina ein Pfad, welchen die Senner einschlagen, um hinauf zu ihren Almen des Hochplateaus zugelangen. Zwar sehen uns diese wilden Felsen und Schluchten sehr wenig einladend aus. Sindwir aber einige Stunden an dem über Felsentrümmer hinbrausenden Bach hinaufgeklettert, sowerden wir schliesslich um so angenehmer überrascht von den heirlichen grünen Matten, welche