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VII. Paläontologische Notizen. Aus dem Miocän.
Nahe der Malga von Cles am Westabhang des Monte Peiler (siehe oben pag. 129) bildetdiese Terebratiila Lossii eine Lumachelle mit den folgenden Rhynchonellen im oberen Dogger dichtunter dem Criuoiden-Marmor, welcher Terebr. curviconcha enthält. Die Art benannte ich zu Ehrenmeines Freundes, des Herrn Commissario Löss in Cles, welcher mich auf jene Lokalität am MontePeiler zuerst aufmerksam machte.
Rhynchonella Clesiana n. sp. Taf. VII, Fig. 5 — 7.
Eine runde Form mit 10—16 starken Falten, die nicht bis in die Wirbel Vordringen, sondernein glattes, nur mit Anwachsstreifen versehenes Spatium freilassen. Die Stirn ist unsymmetrischausgebildet, dadurch dass der rechte Flügel die Tendenz hat, sich abwärts zu biegen und sich sogegen den linken zu verschieben; selten sind annähernd symmetrische Schaalen, wie Fig. 6. Diekleine Klappe bombirt sich stärker als die grosse. Der Schnabel ragt hoch und spitz über denWirbel der undurchbohrten Schaale empor; seitlich grenzt eine Schnabelkante die ziemlich grosseArea ab; die kleine Oeffnung unter dem Schnabel umgiebt ein Deltidium. Die Schaale ist durch-schnittlich 15 mm hoch und ebenso breit.
Die Rhynchonella Clesiana liegt zu tausenden in den Bilobata-Schichten nahe der MalgaCles am Monte Peiler; ausserdem fand ich sie in demselben Horizonte: an der Glera in der Valdi Concei; am Cap San Vigilio, Gardasee mit Amnion. Murchisonae; bei Cologna nördlich Riva;Volano und Lizzanella beiRoveredo; Val Tenera nahe Balino; Val di Molini am Monte Viesch.
Rhynchonella Vigilii n. sp. Taf. VII, Fig. 8 —10.
Mit der vorigen Art zusammen trifft man stets eine Rhynchonella mit einem tiefen Sinusder durchbohrten Schaale, welche ich nach dem Cap San Vigilio am Gardasee mit vorstehendemNamen belege. Die Falten sind stark, an Zahl 8—12; zwei bis vier derselben ziehen in den Sinusdes Stirnrandes hinab. Der Schnabel ist spitz; darunter befindet sich eine kleine Oeffnung, voneinem Deltidium umfasst. Die Flügel legen sich meist breit aus (Fig. 8 c), sodass die Schaale15—17 mm breit und ebenso hoch wird; von schmäleren Exemplaren ist das Fig. 9 abgebildete cha-rakteristisch. Die Fundorte sind dieselben wie diejenigen der Rhynch. Clesiana; besonders hervor-zuheben ist, dass diese Brachiopoden sich auch in der Cephalopoden-Facies am Gardasee vorfinden.
7. Aus dem lliociin.
Raja sp. Taf. VII, Fig. 11.
In den miocänen Sandsteinen des Monte Brione bei Riva fand ich den abgebildeten starkenFlossenstachel, welcher vielleicht einem Rochen angehörte. Der knöcherne Stiel trägt beiderseitsabwärts gerichtete Zähne; in der Mitte eine Furche, in welcher der Stachel der Länge nach ge-spalten ist. Der Stachel ist oben und unten abgebrochen, 90 mm lang, verjüngt sich ein wenig,sodass er unten etwa 18 mm , oben nur 14 mm breit ist; die Dicke des Knochens beträgt 3—5™". DerKnochen ist fein längsgerift. Von andern Theilen dieses Fisches ist mir nichts bekannt geworden.