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1 (1858) Biographien zur Kulturgeschichte der Schweiz. 1. Cyclus / von Rudolf Wolf
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Samuel Wyttenbach.

frühe in die oberkeitliche Lehre geschickt; zeichnete mich aber, soViel ich mich erinnere, in nichts vor andern aus, — hatte immergrößere Lust am Gassenlausen als an der Besuchung der Lehre.Im sechsten Jahre schickte mein Vater mich in die latinische Schule,wo ich aber das Unglück hatte, einen versoffenen Provisor zuhaben, der bald nachher Verstoßen und cassirt wurde. Weil ichbey Hause eben nicht gern arbeitete, mein Vatter sich auch nichtgar Viel mit mir abgab, so war ich immer uur unter den mittel-mäßigen; ward aber stets promovirt, und glaubte, ohne großeAnstrengungen so mit andern immer weiter zu kommen. Ichgenoß keinen andern Nebenunterricht, als daß ich bey dem ganztauben Hartmann die vier Spezies der Arithmetik gut lernte, undmit andern Schulerknaben, ohne die Noten zu kennen, Lieder imBachofen und Schmtedlin auswendig daher singen lernte. — Inder achten Klasse hatte ich zum Lehrer den unermüdlichen, gelehr-ten Schärer?), der damals noch Vicarius des in Antiquitäten sehrerfahrenen, sanften Schmied war, nachher aber aus ihn Prin-cipal wurde. Ich war in den bixnminibus sei Isetionus pubii-en8 der sechstoberste, und glaubte ohne einigen Zweifel promovirtzu werden. Das IPoms 8ubitgr>6um, welches in der That fürunsere Kräfte zu schwehr war, entschied damals unvernünftigerWeise ganz allein, und ich hatte einige Fehler mehr, als zurPromotion gesetzt waren, und ich ward zurückgewiesen — bei

2) Rudolf Schärer von Bern , cxaminirt 1787, gestorben 1772. Sein SohnJohann Rudolf Schüler (1736—>822), erst Professor der Theologie, dann Pfarrerin Bümplitz und den Theologen als Ucbersetzer von Hiob bekannt, gab unter demTitel „Gemeinnützige Unterhaltungen über die Himmelskörper, Bern >783 in 8",eine ganz artige populäre Astronomie in Gesprächen heraus, und war Vater vondem durch seine „Geschichte der öffentlichen Untcrrichtsanstalten des deutschen Theilesdes ehemaligen Kantons Bern , Bern >829 in 8" verdienten Friedrich Sä.ärer, sowievon dem Lichenologen Ludwig Emanuel Schärer , auf den ich später zurückzukom-men gedenke.

3) Samuel Schmid von Bem, gestorben >768. Sein Sohn Friedrich Samuel<>737—>798), ein noch berühmterer Antiquar, und während einiger Zeit Directorder Bibliothek und des Kunstkabinets des Markgrafen von Baden verfaßte die »viz-sertutio etc Loetiuei nostri oiiginv suZrptiu sei perillustrss sockslos Louiulutigsntiqusriorum k.onrIi»ensis, Lernsu >788, 48 S. in 8." — Noch ein andererdieses Namens, der >78« als Pfarrer zu Frauenkappclcn verstorbene Samuel Schmid,gab .Sonntn-Höhe-Tabellen, Bern >737 in 4" heraus.