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1 (1858) Biographien zur Kulturgeschichte der Schweiz. 1. Cyclus / von Rudolf Wolf
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Samuel Wyttenbach.

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zwanzig andere wurden mit mir zurückgesetzt — die ganze Stadtkam dadurch in Allarm — man schmehlte heftig aus den Schul-rath — mein Vater aber sagte nichts, und scheint gut eingesehenzu haben, daß diese Demüthigung heilsam für seinen Sohn sey,und daß noch ein Jahr Unterricht unter dem geschickten Schärermir sehr nützlich seyn werde— ich erwachte, und faßte den festenEntschluß von nun an unermüdet zu arbeiten. Schärer selbst waräußerst betroffen, daß die erste Promotion, welche er ausgestellt,so unglücklich gewesen. Er sprach einigen unter uns Muth ein,Versprach uns unentgeldlich einige Nebenstunden fürs Hebräischeund Griechische, und hielt so treulich Wort, daß wir in kurzerZeit außerordentlich vorrückten. Ich selbst arbeitete nun fleißigbey Hause, trieb vorzüglich das Hebräische und Griechische, undmachte glückliche Fortschritte im Lateinischen, so daß ich das ganzeJahr hindurch immer einer von den obersten war, mit drey an-dern meiner Mitschüler oft kleine griechische und hebräische Ueber-setzungen anfertigte — einen Theil der Probethematis für die Pro-motion griechisch schrieb, und so der dritte in der Ordnung säIsotionss publioss auf Ostern 1763 promovirt und mit einemdoppelten Prämium beehrt wurde. — Nun war ich Student undwurde mit neuem Eifer belebt, recht fleißig zu arbeiten und rechtgeschickt zu werden. Meine neuen Lehrer waren: 1) ProfessorRodolph '»)/ sanft und doch ernsthaft, der sich alle Mühe gab,uns auszubilden und mit guten Räthen an die Hand zu gehen.Wir übersetzten unter ihm Livius, Virgilius , rc. — Damit ichmich ja recht im lateinischen üben könne, und auch andere zugleichem Studium aufmuntere, bildete ich eine kleine Gesellschaftmit meinen Kameraden, welche in der Woche einmal sich ver-sammelte. Wir schrieben einander lateinische Briese, componirtenOrationen, rc. — Ich schrieb damals besser in der lateinischen,als in meiner Muttersprache, die ich ganz vernachlässigte, bis ichin Umgang mit Frauenzimmern kam, und unter ihnen in meinen

4) Johann Ludwig Rudolfs von Zofingen und Bern (1726—1808), ein gelehrterMann, der mit seinen Schülern auch neben dem Katheder nie anders als lateinischsprach, und der Stadtbibliothek in Zofingen eine kostbare Sammlung alter Klassikervermachte.

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