Ioh. Rudoff Zlteyer von Farau.
1739 -1813.
Johann Rudolf Meyer wurde den 25. Februar 1739 einemwenig bemittelten, aber um seiner Rechtlichkeit willen beliebtenWeißgerber gleichen Namens in Aarau von seiner Frau, MarianneMüller, geboren'). Von Jugend auf an christliche Zucht undHäuslichkeit gewöhnt, und durch Vermittlung einer edeln Anver-wandten, Snsanna Meyer, auch etwas besser unterrichtet, als esdie damalige Stadtschule in Aarau allein im Stande gewesenwäre, entwickelte sich Meyer, als er im vierzehnten Jahre durchTausch für ein Jahr nach Lausanne kam, ganz trefflich, und ver-sprach nach seiner Rückkehr, um seiner Anlagen für Zeichnen undMalen willen zum Flachmaler bestimmt, ein ganz vorzüglicherHandwerker zu werden. Als er jedoch einst einem HauptmannRothpletz, der sich mit der Seidenbandsabrikation befaßte, seinArbeitszimmer bemalte, machte diesem die Gewandtheit des jungenBurschen so große Freude, daß er ihm anerbot, ihn zu sich in dieLehre zu nehmen. Voll Freude ergriff Meyer den, ihm größer»Spielraum Versprechenden neuen Beruf, und machte sich bald mitdemselben so vertraut, daß, als Rothpletz seinen Gewerb nacheinigen Jahren an die Herren Brütet in Schafisheim bei Lenzburg
1 ) Ich benutze für Meyer außer Ernst August Evers bekannter Denkschrift„Vater Johann Rudolf Meyer, Bürger von Aarau, Aarau 1815 in 8.", und den vonmir im Jahrgang 18« der Berncr-Mitthcilungen niedergelegten betreffenden Notizenhauptsächlich die werthvollen Materialien, welche mir Herr Regierungsrath FriedrichMüller von Engekberg aus dem Nachlasse seines sel. VatcrS gütigst mitgetheilt hat.