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2 (1859) Biographien zur Kulturgeschichte der Schweiz. 2. Cyclus / von Rudolf Wolf
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Joh. Rudolf Meyer.

Verkaufte, diese froh warm, auch Meyer für sich zu gewinnen.Neben der Leitung der Arbeiten wurden ihm Geschäftsreisen nachBasel , Zurzach , rc. übertragen, und diese benutzte er, um gleich-zeitig Tuchwaaren auf eigene Rechnung anzukaufen, welche erdurch seine Schwester mit so bedeutendem Erfolg und Gewinn inAarau detailliren ließ, daß er nach wenigen Jahren selbstständigwurde, zu seiner Belehrung eine größere Reise durch Deutschland bis an die Ostsee unternehmen, und noch einige Jahre später dasGeschäft seiner frühern Herren acquiriren konnte. Es gelang ihmsogar binnen kurzem, letzteres sehr beträchtlich auszudehnen, jamanche Verbesserung und manche neue Idee in dasselbe einzu-führen, und bald wurde sein Haus, das durch seine Verbindungmit Elisabeth« Hagnauer?) auch bürgerlichen Halt gewonnen hatte,zu den reichsten des Aargau's gezählt, ohne daß aber Meyerdarum sich seiner Einfachheit und Thätigkeit entfremdet hätte,Früh um fünf Uhr stand er auf", erzählt Evers,und kleidetesich sogleich vollständig an, um nicht durch Umkleiden die ihm

2) Er verlor Elisabeth« Hagnauer nach IZjähriger Ehe. und heiratete dann1783, um seinen Kindern wieder eine Mutter zu geben, Marianne Renner vonNidau . welche ihm bis an seinen Tod eine treue Lebensgefährtin war, Vonseinen Söhnen ist Johann Rudolf (17681823) am bekanntesten geworden: Erunterstützte den Vater in der Leitung der Seidenbandfabrik, bethätigte sichauch wissenschaftlich, wie namentlich das mit Ludwig v. Schmidt-PhiseldeL undandern Gelehrten begonnene großartige WerkSystematische Darstellung aller Er-fahrungen in der Naturlehre, I. 1 , 2 , 3. III. 1, Aarau 18061808 in i." zeigt,erwarb sich durch seine Besteigung der Jungfrau im Jahre 181! einen populärenNamen, stürzte dann aber schließlich durch unbesonnene, ja sogar strafbareUnternehmungen sich und seine Familie in großes Unglück. Von ihm ist seinSohn Johann Rudolf <6, März 1791 bis 6, November 1833), der dritte diesesNamens, wohl zu unterscheiden: Nachdem dieser mit seinem jüngcrn Bruder Gött-lich (28. April 1793 bis 3. September 1829; vergl. Verh. der Schweiz . Naturs.Gcs. im Jahre 1832) Pestalozzi's Erziehungsanstalt in Burgdorf besucht hatte, undbeide am 30 Dezember 1801 wie durch ein Wunder mit Hülfe eines Raben denFluthen der Emme entgangen waren iworüber, wie überhaupt für diesen Rudolf UI.,die Alpenrosen auf 1832 zu vergleichen), studirte er in Aarau , Tübingen undFreiberg Medizin und Naturwissenschaften, nahm 18!2 an der von Heinrich Zschokke beschriebenenReise auf die Eisgebirge des Kantons Bern , Aarau 1826in 8," Theil, wurde 1821 Professor der Naturwissenschaften in Aarau , underwarb sich als Schriftsteller durch seineGeister der Natur, Konstanz 1820 undAarau 1829", seineCharakteristischen Thierzcichnnngcn znr unterhaltenden Be-lehrung für Jung und Alt, Zürich 1833", ic. einen nicht unbedeutenden Namen.