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Joh. Rudolf Meyer.
versprochen und nicht geleistet hat." — „Die flacheren Gegenden",sagt später unser Kritiker bei Besprechung der einzelnen Blatter,„machen unstreitig den schlechtesten Theil der vorliegenden Blätteraus^). Sie hätten um desto leichter können mit mehr Treueund Bestimmtheit aufgetragen werden, weil lange Vor der Er-scheinung der Meyer'schen Karte Zeichnungen dieser Gegendeneristirten, welche jetzt noch, ungeachtet des Zeitalters, in dem sieverfertiget worden, die gegenwärtige Arbeit an Genauigkeit unend-lich übertreffen ei). Dagegen aber übertreffen die Gebirgsgegendennicht bloß alle bisherige bekannte Karren, sondern man darfkeck behaupten, daß das Hochgebirge hier zum erstenMal mit einiger Aehnlichkeit dargestellt ist^). —Dem ganzen von Meyenseld in Bünden bis Villeneuve am Gen-fersee in einer gedoppelten Kette fortlaufenden Hochgebirge, liegtdas stereographische Werk zum Grunde, welches Meyer als Nach-ahmung des bekannten Pfyffer'schen Kunstwerkes bearbeiten undin seinem Wohnort Aarau aufstellen lassen^). In diesem findensich wirklich eine Menge wesentlicher, man kann sagen, neuer
20) Relativ, und im Vergleiche zu den schon vorhandenen Karten, mag dießUrtheil richtig sein j absolut genommen ist es zu scharf, — denn auch die stachelnGegenden sind im allgemeinen sehr brav gegeben.
21) Man sieht aus andern Stellen, daß er hier zunächst an Gygers Zürcher -Karte denkt. Vcrgl- NsZ- 49—SS.
2L) Es darf nicht unterlassen werden darauf aufmerksam zu machen, daß vor-züglich diejenigen Theile der Karte gerühmt werden, an welchen Müller arbeitete,so daß also das Lob zunächst Müller, — der Tadel zunächst Weiß zugehört. Nacheinem Briefe, den Müller am 20. Juni 1830 an die Schweiz . NaturforschcndeGesellschaft schrieb, bereiste er 1790 und 1791 „das gantze Bernerische und Walli-sersche Hochgcbürg vom Montblanc bis Furka— 1792 bis 1794 die kleinenKantone, Bünden, Glarus und Appenzcll, und nahm „mit äußerstem Fleiß undAnstrengung vermittelst Instrumenten" Zeichnungen davon auf, so daß er „mitSchriften und Zeichnungen einen großen Folianten anfüllen könnte."
23) 1803 publieirte Meyer auf 8 Octavseitcn eine „Beschreibung eines neuverfertigten Reliefs, welches eine der interessantesten Schweizergegcnden nach derNatur darstellt." Er sagt in derselben: „Es enthält die Landschaft nebst denAlpgebirgen von Thun bis an die italienischen Grenzen der Länge (26>/r stanz.Zoll) nach, und vom Ursprung der Rhone am Furkaberge bis an die Oeffnungdes Lötschcnthals bei Gampel in der Breite (18 Zoll) — d. h. 237 stanz. Qur-Lratstunden. Alles ist durch genaue Winkelmeffungen aufgenommen und verhält-nißmäßig dargestellt."