Joh, Rudolf Meyer.
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Entdeckungen über die Gestalt der Berge, die Ausdehnung undBiegung der Thäler, die in allen Richtungen sich durch die großenGebirgsmassen hindurchdrängen, und über die Beschaffenheit meh-rerer Gletscher und Eisthäler, deren Dasei» Vorher nicht einmalgenau bekannt war. Wer auch nur obenhin'diese Gegenden mitder Gestalt vergleicht, die ihnen in ältern Karten gegeben ist,wird die ungeheuern Abweichungen von der Natur erkennen, diejenen ältern Karten zu Schulden kommen, in der hier beurtheiltenaber glücklich und geschickt verbessert sind." — „Bei dem höchstungleichen Werthe der verschiedenen Sectionen", schließt unser Re-ferent, „wird dieses Werk bloß für diejenigen recht nützlich undbrauchbar werden, die mit Sorgfalt und Fleiß diejenigen Theile,auf welche man sich verlassen kann, Von den oberflächlichen unter-scheiden. Aus den erster», wozu man die Blätter 6,7, 10 und11 rechnen darf, kann ein Besitzer großen Nutzen ziehen; anstattaller übrigen kann man sich leicht brauchbarere und schönere Hülfs-mittel verschaffen" ^).
Es wäre unbillig, Weiß alle Verdienste um die Topographieder Schweiz abzusprechen; aber doch kann man den Gedanken nichtunterdrücken, daß Meyer, wenn er neben dem trefflichen Müllereinen Tralles oder Feer für sein schönes Unternehmen gewonnenhätte, viel besser gefahren, und ohne solche Dornen zu der Ver-dienten Bürgerkrone gekommen wäre. — „Schneller und erfreu-licher", erzählt Evers, „gerieth ihm die Ausführung eines andernVorsatzes, den die Beschäftigung mit jener Arbeit hervorgerufenhatte. So wie er die Berge und Thäler mit ihren Verkettungendarzustellen bemüht war, so hätte er auch gern die manigfaltigenVölkerstämme dieser Gegenden mit ihren Eigenthümlichkeiten inTracht und Sitte nachgebildet. Dieses in Werk zu setzen, war er
24) Meycps Atlas bildete bis zur Veröffentlichung der neuen topographischenAusnahmen die Hauptquelle für alle schweizerischen Kartographen, und so, beson-d-rs für das Hochgebirge, wohl auch für den sogenannten Scheucrmann'schenAtlas, für die Karten des verdienten Zürchcr-Geographen Heinrich Keller, fürWörl's Karten, rc , so viel eigenes Verdienst nebenbei in den eben genanntenWerken niedergelegt sein mag. — Müller klagt in dem Note 22 erwähnten Schrei-bcn, „daß die Meycrische Karten so vielfältig copicrt und verstümmelt wordenunter dem Titel einer Verbesserung."