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4 (1862) Biographien zur Kulturgeschichte der Schweiz. 4. Cyclus / von Rudolf Wolf
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Giuseppe Piazzi .

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scher Gründlichkeit nachwies, daß eigentlich zwischen Mars undJupiter gar keine Lücke vorhanden sei, und zwar so schlagend,daß der gelehrte Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha die He-gel'sche Schrift mit dem Ehrentitel schmückte: Uovuiusntum.irmunigs 8N6ouIi ckssimi noni^o). Gewiß wäre es übrigensHegel leichter geworden seine Gründe gegen in Gründe für denPlaneten umzuwandeln, als es den Astronomen wurde den Pla-neten wieder am Himmel aufzufinden: Der in den Piazzi 'schenBeobachtungen vorgelegte Bogen der Bahn war so klein, daßdie damals bekannten Methoden für ihre Berechnung sich alsunzureichend erwiesen, und keine etwas sichere Ephemeride be-rechnet werden konnte, um die Auffindung zu vermitteln, undwenn nicht schließlich der unvergleichliche Gauß neue Methodenentwickelt hätte, die er später in seiner classischen Itlsoriu motusweiter ausführte, so wäre muthmaßlich Piazzi's Wandelsternwieder ganz verloren gegangen. So aber gelang es Gauß dieStelle des Himmels ziemlich genau zu bezeichnen, wo man zusuchen hatte, und wirklich fanden nun nicht nur Zach am 7. De-zember 1801, und Olbers am 1. Januar 180l den flüchtigen Sternwieder auf, sondern es wurde möglich in der Folge aus denBeobachtungen der verschiedenen Sternwarten eine so schone Reihezusammen zu stellen, daß Gauß nachträglich eine genaue Bahnberechnen konnte, durch welche Piazzi's Planet definitiv in jenescheinbare Lücke zwischen Mars und Jupiter eingereiht wurde.Piazzi , der das Verdienst von Gauß aufrichtig anerkannte, undunter Anderm an Zach schrieb: «lAitss, so Vou8 sn pris,wos 60MPÜM6N8 6t N!68 i'sinsroimsllZ ü Nr. 6u!!88, csuivou8 u spgi-Zns deunoorip 6s peius et 6s truvgü, et 5ur>8Isczuol psut 6trs il us m'surgit rssu88i 6s verilisr mn

20) Vergleiche die von Aug. Beck herausgegebene Schrift .Ernst der Zweite,Herzog zu Sachsen-Gotha und Altenburg , als Pfleger und Beschützer der Wissen-schaft und Kunst, Gotha Ei in 8.'- Es mag hier erwähnt werden, daß dervortreffliche Herzog Ernst (>748-1804) ein großer Freund der Schweiz war, sichschon 1788 bei Diderot unter dem NamenHerr Ehrlich aus der Schweiz " ein-sührte, ja später wiederholt daran dachte zu rrsignircn und sich in die Schweiz zurückzuziehen. Den Besuchern des Rlgi ist die oberhalb dem Klöstern seinemAndenken gewidmete Tafel bekannt.