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Geschichte der Vermessungen in der Schweiz / als historische Einleitung zu den Arbeiten der schweiz. geodätischen Commission bearb. von Rudolf Wolf
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Letzterer dagegen begreiflicher Weise relativ noch dürftiger und mangelhafter als auf der von Tschudi ,da für die damalige Kartentechnik eine solche Reduction noch gar zu schwierig war. Verdienst-lich ist, dass Münster einen ersten Versuch machte die Karte mit einem Gradnetze zu versehen:Meridiane finden sich zwar noch nicht angegeben, dagegen die Parallele von 45, 46 und 47 Grad,so dass sich wenigstens die Breiten der eingetragenen Orte annähernd ermitteln lassen, wobei sichzeigt, dass diejenigen der westlichen Schweiz ganz ordentlich, diejenigen der östlichen dagegen nochsehr mangelhaft bekannt waren 3 ).

10. Münsters Cosmographia. Vier Jahre nach Ausgabe der Ptolemäischen Geographie liessMünster, ebenfalls bei Heinrich Petri zu Basel, unter dem TitelCosmographia . Bschreibung allerLender, einen stattlichen Folianten ausgehen, ln der demselben Vorgesetzten, vom 17. April 1544datirten Zuschrift an König Gustav von Schweden sagt er:Zu beschreiben die ganz weit, wiemein fürnemmen ist, inn disem buch, Grossinechtigster und gnedigster Herr, erfordert ein weit-schweiffig und wol bericht geniüt, dz vil gelesen, vil gesehen, vil gehört und vil erfaren hab,wölches dannocht alles noch nit gnug will sein, wo nitt ein recht urtheyl darbey ist, dadurch manunderscheide das war von dem falschen, und das gewiss von dem ungewissen. Es were nach denbüchern Göttlicher geschrilft kein lesen au ff ertrich lustiger und nützlicher dem menschen, dann daslesen der historien, wo sie (als sie solten) on angesehen diser oder jheuer partheyen geschribenweren. Dann was sind alle historien dann fürgebildte exempel, an denen man sieht, wie diese oderjene sacli aussgeschlagen, wie menschliche witz unn Vorsehung zum offtern mal so ongewiss, jablind ist, und alle ding so gar an der hand Gottes hangen, der alle ding würcket in allen dingen.Aller unser rathschlag ghat hinder sich, wo es dem fürsehen Gottes nit gemäss ist. In dem dar-auf folgenden Vorwort beschreibt Münster wie nach und nach aus dein Urzustände Gesittung, An-siedlungen , Acker- und Weinbau, Handel, Schiffahrt, Handwerk, Künste und Wissenschaften ent-standen seien, und leitet dann aus dem Umstande dassdas leben zu kurtz, das ein menscli mögbeschauwen dz gantz ertrich den Nutzen s. gegenwärtigen Arbeit ab, für welche er diegeschrifftenvon Ptolemäus, Strabo, Tacitus, Plinius, Vesputius, Beatus Rhenanus ,Egidius Schudus, etc. be-nutzt habe, und für die er durchHadrian von Riedmat bisclioff zu Sitten, Bonifacius Amerbachiusprofessor zu Basel, Johannes Dryander zu Martburg, Niclaus Briefer Licentiat in rechten zu Basel ,Adelberg Meyer Bürgermeister zu Basel, Johannes Kalbermatten Landvogt zu Wallis, Jakob Köbel zu Oppenheim, Johan David zu Basel, Andreas Heiniin zu Nürnberg und andere Männer vielfachunterstützt worden sei. Auf den Inhalt des hierauf folgenden, volle 649 Seiten beschlagenden,für Geographie und Geschichte noch jetzt Interesse bietenden Textes, braucht hier nicht eingetreten

Zn 10: 1) Vergl. 7. In spätem Ausgaben der Cosmographie kömmt, neben dem dort beschriebenen Halbkreise und

dem Quadratum geometricum, ein von Münster z. B. zur Bestimmung der Breite des Bheins angewandtes Triangular-Instrument

vor, bei welchem sowohl ab, als die um a und b drehbaren Stäbe ap und bd Längentheilungen, die Kreise bei a und b aber Gradtheilungen haben; an ab ist eine Boussoleangelegt. Ueber den Gebrauch desselben etwas beizufügen, wäre wohl überflüssig. 2) Sieergab mir m = 2,98 und f = +_ 27,9 (-f- 87, 48). 3) Dieselbe ist auch dem 1595von Ortelius ausgegebenen Atlas beigefügt, hat 23 auf 31 cm., und ergab mir in = 1,69und f = +. 27,9 (+ 40, 41). Auf der Karte entsprechen nach dem beigefügten Maass-Stabe 24 mm, einer deutschen Meile.