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Geschichte der Vermessungen in der Schweiz / als historische Einleitung zu den Arbeiten der schweiz. geodätischen Commission bearb. von Rudolf Wolf
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mangelhaft ), und auch mit der Temiinzeichnung ist es noch nicht weit her; aber wenn man die-^lbe nach Anlage und Inhalt mit der kaum 20 Jahre früher durch Stumpf gegebenen Karte des^iuichgaus vergleicht, so muss mau über den enormen Fortschritt staunen, erhält einen gewaltigenKespcct vor der Leistung, und möchte gerne wissen durch welche Mittel es Murer möglich wurde,Oiese relativ hohe Stufe zu erreichen 3 ). Leider hat sich darüber gar keine Notiz erhalten, und esbleibt überhaupt von dem verdienten Manne nur noch anzuführen, dass er zehn Jahre später unterdem TitelDer uralten Statt Zürych gestalt und gelägenheit, wie sy zu diser zyt in wäsen, ufge-isseu und in grund gelegt durch Josen Murer, und durch ChristofFel Froschower zu Euren demVatterland getruckt Im 1576 Jar einen historisch immer noch sehr interessanten, mit 6 HolztafelnVOu 43 auf 45 cm. erstellten Plan s. Vaterstadt in Vogelperspective herausgab 4 ), dass er 1578Amtmann in Winterthur wurde, und daselbst 1580 mit Hinterlassung wackerer Söhne starb r),' 0U w elchen hier noch drei: Hans, Christoph und Josias, besonders erwähnt werden mögen G ).Alls Murer, der 1556 geboren wurde und 1641 als Pfarrer zu Rickenbach starb, war ein grosserLiebhaber der Mathematik, versuchte sich mit Erfolg in Anwendung der Glasmalerei auf Gnomonik 7 ),und verfertigte im Anfänge des 17. Jahrhunderts mit Hülfe von Hans Caspar Huber 8 ) und JohannConrad Gyger 9 ) eineGrundlegung der Landschaft Tlmrgäuw samt eines ziemlichen Antheils derüngränzenden Herschaften, deren Originalzeichnung durch s. Sohn Abraham Murer 10 ) 1671 derKmistkammer in Zürich geschenkt wurde, seither aber verloren gegangen zu sein scheint 11 ).Christoph Murer , der 1558 geboren wurde und 1614, wie früher s. Vater, als Amtmann in Winter-Uüir starb, war Schüler von Tobias Stimmer und ein sehr geschätzter Maler, der unter AndermOcich Füssli viele Häuserauswendig in nassen Wurf übermalte, auch als Glasmaler für geschicktS d it; daneben war er als Holzschneider und Kupferstecher wol erfahren. Die Bibliothek in Basel besitzt von ihm unter dem TitelHelvetia cum Confederatis. Schwytzerland sampt den Zugewanten.La Suysse et les Confederez. Christoff Murer Tig. Pictor eine auf 4 Blättern gestochene Schwgizer-karte 12 ), die zu beiden Seiten Abbildungen der Schlachten zu Tättwyl, Laupen, Butisliolz, Näf'els,Murten und Grandson, unten aber ein Brustbild mit der UmschriftWilhelm Tuggin er 13 ),

Zn 14 : 1) gi e wur d e 1670, dann wieder 1759, und noch 1860 neu aufgelegt. 2) Sie ergab mir m 0,223 und. ~ ^ 13,0 (+ 22, 31). g) Instrumente muss Murer benutzt haben; denn wie könnte man sich z. B. sonst erklären,ss e me auf die Karte von 1566 gezeichnete Boussole für damals nahe richtig 11° östliche Abweichung zeigt. 4) NachJ 6u und Füsslin wurden sowohl die Kantouskarte als der Stadtplan von dem Formschneider Ludwig Frey (Fry, Fryg, Frig)von Zürich , genannt Carl, in Holz geschnitten; es ist wahrscheinlich derselbe Ludwig Frey, von welchem sich im Zürcher-Q au . uc he von 1559 72 mehrere Kinder eingeschrieben finden, und jedenfalls war er ein sehr geschickter Künstler. Dieugmalzeichnung des Stadtplanes, der jeweilen ungefähr gleichzeitig mit der Karte neu abgezogen wurde, soll sich noch ima tarchive vorfinden. 5) Die .Stadtbibliothek in Zürich besitzt ein von Tobias Stimmer gemaltes hübsches Oelbild Josias^tuer s. 6) Hans Jakob Murer (155. 1616), Pfarrer zu'Stein und Neunforn , der 1595 einen «Epilogismus trium eclipseon»erausgab, war kein Sohn von Josias, sondern gehörte einem ganz andern, aber auch von Grüningen stammenden Zweige der7 > U1 i®' an ' Es wird von ihm berichtet: «Seine Predigten wollen nit hauwen; wann er predigt will niemand zKilchen gan».8 Vr ^® rc ^ er '-^unstkammer erhielt 1636 von Hans Murer «eine geometrisch astronomisch Sonnenuhr», deren späteres ° lc ^ sa l aber unbekannt ist; dagegen habe ich mir zur Zeit aus dem Nachlasse der Landolt eine ganz hübsche, auf Glasgemalte Sonnenuhr erwerben können, auf der man «Johannes Murer, Pfarrer zu Rickenbach » liest, und die bei einer andern®g en heit näher beschrieben werden soll. 8) Unbekannt. 9) Vergl. 19. 10) Abraham Murer (15901679), währendI» a hren Pfarrer zu Buchs. 11) Noch 1773 erhielt die math. milit. Ges. in Zürich von der ßürgerbibliothek neben andernka' 6n aUC ^ * ^ as Thurgau von Maurer 1641» zur Einsicht. Die Jahrzahl 1641 entspricht dem Todesjahr Murers, aberbei 1 ' 1 ' 1 ^ em '^ lre ^ er Verfertigung der Karte, das man unzweifelhaft mehrere Jahrzehnte früher zu legen hat, da Murer 1641ei eits 85 Jahre zählte. 12) Die von der Ziircher-Kunstkammer zur Zeit besessene «Cliristofori Mureri Tigurini Tabula