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Geschichte der Vermessungen in der Schweiz / als historische Einleitung zu den Arbeiten der schweiz. geodätischen Commission bearb. von Rudolf Wolf
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Ritter, setatis 56 Anno 1582 zeigt. Die Karte, welche eine Längenscala von 0 bis 75 und eineBreitenscala von 0 bis 58 hat 14 ), ist nach ihrer Anlage ziemlich mangelhaft 10 ), dagegen enthält sieein relativ reiches Detail, und die leicht angedeuteten Berge sehen doch wenigstens eher Bergenals Schuppen gleich. Der jüngere Josias Murer endlich, der 1564 geboren wurde und 1631als Amtmann am Cappelerhot' starb, wird als guter Glasmaler gerühmt; ob er auch in andernRichtungen dem Beispiele des Vaters und der ältern Brüder folgte, so z. B. ebenfalls topographischeArbeiten ausführte, weiss ich nicht.

15. Thomas Schöpf. Muthmasslich in den 20er Jahren des 16. Jahrhunderts zu Breisach geboren, wurde Thomas Schepff oder Schöpf 1541 zu Basel unter dem Rectorate von Simon Gry-näus immatriculirt, erhielt daselbst 1543 dieprima in artibus laurea, promovirte 1546 in Wit-tenberg, kehrte nach Basel zurück, und wurde dort 1547 unter dem Decanate von Heinrich Pan-taleon in dieFacultas magistrorum aufgenommen 1 ). Aus späterer Zeit findet sich sodann nochdie Notiz 2 ), dassThomas Schöpfius, Schulmeister zu S. Peter im Herbst 1552 mit Felix Plater nach Montpellier gezogen sei, so dass man wohl anzunehmen hat, es habe Schöpf 154752 einenSchuldienst in Basel versehen, und sich sodann entschlossen zur Medicin überzugehen. Wie langeer in Montpellier blieb, und wohin er von dort s. Schritte wandte, ist unbekannt; dagegen erfahrenwir aus den Berner-Rathsmanualen 3 ), dass 1565 I 31 in Bern Doctor Thomas Schöpft zu einemStattartzet angenommen wurde, und dass derselbe 1576 VIII 3vom Rathe Bewilligung zumDruck und zur Herausgabe s. Beschreibung der Bernischen Landschaft erhielt. Es fallen alsomit Sicherheit in diesen Zeitraum von 156576 die beiden grossen Arbeiten 4 ), mit welchen sichSchöpf, wie wir sofort des Nähern hören werden, so ungewöhnliche Verdienste um die Schweiz erworben hat, nämlich die Consiruction einer ersten Specialkarte des damaligen Berner-Gebietes,und die Redaction eines betreffenden Commentars. Was zunächst die Karte anbelangt, so bestehtsie aus 3x3 Blättern von je 65 auf 46 cm. 5 ) Das obex-ste Blatt links, nach der Orientirung diesüdöstliche Ecke, enthält, ausser einem kleinen Theil des Überlandes und des Oberwallis, den TitelInclitse Bernatum Urbis, cum omni Ditioxiis suse Agro et Piovinciis Delineatio chorographica se-cundum cujusque Loci Longitudinem et Latitudinem Coeli, Authore Thoma Schepfio Bris. Doctore

chorographica Helvetia picta» war muthmasslich die Originalzeichnung. 13) Wilhelm Tugginer (15261591) war ein Sohndes in Zürich eingebürgerten Stadtknechts Heinrich Tugginer aus dem Eiesbach. Er folgte sehr jung einem Bruder s. Mutter,Wilhelm Frölich von Zürich (14921562), der sich vom Zimmermann zum höhern Officier aufgeschwungen hatte, in franzö-sische Dienste, und wohnte bereits 1544 der Schlacht zu Cerisola im Piemont bei, in welcher s. Oheim sich so auszeichnete,dass er auf dem Schlachtfelde zum Bitter geschlagen und mit dem Solothurner -Bürgerrecht beschenkt wurde, welches Tug-giner 1554, unter Verzichtleistung auf dasjenige von Zürich, ebenfalls annahm. Nach der Schlacht von Dreux (1562), die s. Oheimdas Leben kostete, wurde Tugginer durch Charles IX. in den Adelstand erhoben, stieg später bis zum Garde-Oberst, und zogsich schliesslich nach Solothurn zurück, wo s. Familie bis vor Kurzem den sog. Tugginer-Hof besass. In welcher Beziehunger zu Christoph Murer und s. Karte stand, habe ich nicht auffinden können. 14) Jeder Theil der beiden Scalen misst 9,5 mm;bei der Breitenscala entspricht 14 dem 47. und 50 dem 45. Breitengrade. 15) Aus den früher erwähnten 4 Polygonen er-hielt ich m = 2,09 und f ~ i. 36,8 (+ 75, 85). Nach dem Maassstab der Karte entspricht «Ein Schwyzer Mill» ziemlichgenau 22 mm.

Zu 15: 1) Ich verdanke diese Notizen, sowie gar manchen andern Beitrag zu dieser Arbeit, meinem 1. Freunde, Pro-

fessor Fritz Burckhardt in Basel. 2) Siehe Biogr. IV 5. 3) Nach gütiger Mittheilung von Hrn. Archivar Blösch in Bern ,welchem ich ebenfalls eine grosse Reihe von Beiträgen verdanke. 4) Nach den Rathsmanualen erhielt 1570 der Seckei-meister die Weisung, «Domino Doctori Th. Schöpft uff Hinderlegung 200 Goldkronen ptandtwyss fürzestrecken». Es hängt diesswahrscheinlich mit jenen Arbeiten zusammen. 5) Jedes Blatt scheint mit zwei Kupfertafeln gedruckt worden zu sein, so