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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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PERSÖNLICHE VERHÄLTNISSE.

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Malerhandwerk in der Stadt treiben dürfe, es sei denn, dasser das Bürger- und Zunftrecht erworben. Arbeiteten dieBrüder van Eyck in Gent , so müssen ihre Namen in denZunftrollen Vorkommen, welche sich zwar nicht im Origi-nale, aber doch in Copien erhalten haben. In diesen spähtman aber nach Hubert und Jan van Eyck vergeblich. DerSchluss ist glücklicher Weise nicht so bindend, wie es aufden ersten Anblick erscheint. Hubert und Jan van Eyck konnten immerhin in Gent ihre Werkstätte aufgeschlagenhaben, ohne in der Zunft eingeschrieben zu sein. Es gabnämlich eine Ausnahme von dem sonst herrschenden Zunft-zwange. Und das war der herzogliche Dienst. Gent warschon einige Jahre vor 1419 die gewöhnliche ResidenzPhilipps von Burgund, damals Grafen von Charolais unddessen Gemahlin Michelle von Frankreich. Kann eine Ver-bindung der Brüder Eyck mit dem Grafen von Charolais nachgewiesen werden, so würde sich die Auslassung ihrerNamen in den Zunftregistern auf natürliche Weise erklären.

Wir haben einigen Grund zu vermuthen, dass die Brüdervan Eyck Eigenschaften besassen, welche ihnen eine her-vorragende Stellung unter den Berufsgenossen sicherten.Jan van Eyck hat nach Facius 1 seine Kenntniss von denFarbstoffen aus Plinius und anderen classischen Schrift-stellern geschöpft. Auch Karel van Mander rühmt ihn als„een wijs geleert man.“ Seine chemischen Versuche wärendemnach die Frucht classischer Studien gewesen. Da Janals der Schüler seines älteren Bruders Hubert gilt, so er-scheint die Annahme natürlich, dass der letztere auch aufdie literarische Ausbildung Jans Einfluss übte. Ein Mann,der solches zu leisten im Stande war, darf wohl auch alsbesonders fähig erachtet werden, im Haushalt des Prinzen

1 Facius de viris iUustribus. 4°.Florenz 1745 p. 46. Vasari hat diegleiche Erzählung (ed.Lemonnier IV.p. 75): „Giovanni da Bruggia — si

dilettava dell’ archimia, a far dimolti olj per far vernici, ed altrecose, secondo i cervilli degli nominisofistichi, come egli era.“