DIE OBEREN TAFELN.
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überragt (s. üebersiclitsblatt Feld I), thront Christus als«“ 1 «Himmels könig in der vollen Blütlie männlichen Alters dar- Lammos 'gestellt, mit kurzem schwarzen Barte, breiter Stirn, dunkelnAugen . 1 Sein Haupt ist mit der päpstlichen Tiara be-deckt, die mit Diamanten, Perlen und Amethysten wie über-säet erscheint, und deren Bänder (die stolae oder fanonesin der Kirchensprache) zu beiden Seiten des ernsten, aberjugendkräftigen Antlitzes herabfallen. Der Rückenteppichvon schwarzem Damast zeigt als Dessin in Gold gewebt denPelican, der die Brut mit seinem eigenen Blute nährt, dieTiara hebt si cli von einem goldenen Grunde ab, auf welchemdie Inschrift in drei halbkreisförmigen Linien läuft. DerHerrscher des Himmels hält in der Linken ein Sceptervon reichster Goldschmiedarbeit und segnet mit zwei Fingern
1 Wie diese Hauptgestalt desBüdes zu benennen sei, darüberkonnte bis jetzt keine vollkommeneUebereinstimmung erzielt werden.Die Tradition ist für die Bezeich-nung: Gottvater. So spricht Dürer ,welcher den Altarschrein 1520 sah,von „Gottvater“ und auch de Ileefein seiner Ode auf die Eycks, erwähntGottvater: „den Vader Godlijck siet .“Zu Gunsten dieser Benennung kannman auch anführen, dass auf demBroederlamschen Altäre in Dijon un-zweifelhaft Gottvater in der päpst-lichen Tracht dargestellt ist und inden Mantel der Genfer Figur sichdas Wort Sabaot eingestickt zeigt.Aber mindestens eben so gewichtige,ja noch gewichtigere Gründe sprechenfür die Deutung als Christus. Demvon Jan vanEyck gemalten BrustbildeChristi (Berliner Museum) liegt un-zweifelhaft der Typus der Hauptge-stalt auf dem Geuter Altäre zumGrunde. Es galt also dieser Typusals charakteristisch für Christus.Dann ist wohl Christus zwischen derMaria und Johannes eine (z. B. aufdeu Darstellungen des jüngsten Ge-richtes) herkömmliche Gruppe, keines-wegs kann das Gleiche von Gott-vater behauptet werden. Und eineCr owe, Niederländ . Malerei.
Art von höchstem Richteramt übtlüer Cln'istus, wie dieses auch durchdie Umschrift um das Haupt bezeugtwird. Diese, einem unbekannten litur-gischen Bekenntnisse entlehnt, lautet:HIC E_DEVS POTETISSIM.9JRDIVINA MAIE STATE _+ SV?ÖIM OPTI? H? DVLCEDIS BOI-TATE -j- REMVNERATOR LIBE-RALISSIMVS PROPTERIMMEN-SAM LARGITATEM.
In der zweiten Anrufung ist stattsummus omnium ein Substantiv(welches?) zu lesen.-Auf dem Schemel des Thrones steht:Vita sine morte in capiteGaudium sine merore a dextrisIuventus sine senectute in fronteSecuritas sine timore a sinistris.Eine gewisse dunkle Zweideutig-keit wird immer bleiben. Wirwissen, dass Gottvater häufig unterder Maske des Sohnes abgebildetwurde, dass eigentlich vor' Michel-angelo Gottvater keinen selbständigenTypus besass und das theologischeGeheimniss der Trinität, die Einheitwie die Individualität der Personenin der Volksphantasie keinen rechtenBoden fand.
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