•ANTHEIL DER BRÜDER AN DEM WERKE.
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Jungfrau unter dem Bogenfenster liegt auf einem Pulte einBuch aufgeschlagen, nebenan in einer Nische steht eineiserner Leuchter und ein Topf, darüber auf dem Simseeine irdene Vase und zwei Bücher, auf der nächsten Fenster-bank eine Glaskaraffe. Das Symbol des heiligen Geistes,die Taube, schwebt unmittelbar über dem Haupte der Jung-frau. Verglichen mit den anderen Tafeln lässt die Com-position und Ausführung der Verkündigung kalt, destowunderbarer erscheint die Luftperspective in dem sonst fürdie Handlung wenig passenden Raume behandelt. Dass sichin dem Halbkreise über dem Engel das Brustbild desZacharias befindet, — in der braunen, kräftigen Färbung, diedichten Augenbrauen an die Weise des Christus und vander Weyden erinnernd — sowie über der Maria das aus-drucksvolle Bild des Micha, wurde bereits erwähnt. Nurdurch van Mander erfahren wir von einem Untersatze odereiner Predella am Fusse des Schreines, welche die Seelenim Fegefeuer in Temperafarben schilderte , 1 aber bereits insehr früher Zeit zerstört wurde.
Das zusammenfassende Urtheil über das Prachtwerk dervlämischen Schule muss von der Thatsaclie ausgehen, dassdasselbe zwei Künstlern das Dasein verdankt. Hubert hates entworfen, gezeichnet, theilweise ausgeführt, Jan undseine Gehilfen haben dasselbe vollendet. Wo beginnt dieThätigkeit des Letzteren? ist die Tafel, welche die Bild-nisse der Brüder enthält, von dem älteren oder dem jüngerengemalt worden? Wir muthmassen aus äusseren Gründen,dass Hubert mit den oberen Tafeln des Inneren, mit Gott-vater, der Jungfrau und dem Täufer den Anfang machte;blicken wir aber auf einzelne der unteren Tafeln, z. B. jene