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BEHANDLUNG DEB LANDSCHAFT.
sieht, ihnen fremd. Sie ersetzten und verdeckten diesenMangel durch den überaus verständigen, wundervollen Ge-brauch der Luftperspective. Das Auge durch den feinstenSchmelz der Töne zu täuschen, so dass sich zwischen denBeschauer und die entfernteren Gegenstände eine Luft-scliichte schiebt, mit der Natur in ihren köstlichsten Reizenzu wetteifern, verstehen sie trotz den besten holländischenMalern des siebzehnten Jahrhunderts. Sie umsäumen dieFiguren mit Licht, so dass diese sich von einander undvom landschaftlichen Grunde abheben, sie werfen dieSchatten mit einer vollendeten Kunst, welche unter denZeitgenossen geradezu einzig dastelit und erst im folgen-den Jahrhundert von den grössten Künstlern wieder er-reicht wird. Die Tafel mit dem h. Christophorus mag alsBeispiel ihrer Kunst dienen, die Farben bis zum fernstenHorizonte naturgetreu abzutönen. Jene der Eremiten zeigt,abgesehen von der guten Anordnung der Einzelfiguren, dieGruppen ebenso richtig in Bezug auf die dichtbelaubtenüberhängenden Bäume wie auf die weitere Landschaft ent-worfen. In der — im Verhältniss zu den Figuren zuniedrigen und schmalen — Stube der Verkündigung hilftdie feine Abstufung der Farben und das geschickte Spiel mitdem durch das Fenster eindringenden Sonnenblicke denFehler verdecken; die Empfindung des gedämpften Stuben-lichtes aber geben die weisslichen Fleischtöne vortrefflichwieder.
Man sieht aus allem, die wahre Grösse der van Eycksberuht auf ihrer Farbenkunst. In Bezug auf das Coloritist ihr Werk unbedingt vollendet. Einzelne Tafeln mögenwohl schöner sein als die andern, die Verschiedenheit derFärbung aber ist doch bei weitem geringer als der Ab-stand in der Zeichnung. Als Grundton wird vom KünstlerRothbraun angeschlagen; die Gesammtlialtung zeigt einetiefe Stimmung, erscheint aber zugleich klarleuchtend. Farbenvon vollem Körper werden angewendet, dieselben mit dem