TECHNISCHES VEEFAHEEN.
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Bindemittel reich versetzt und stark vertrieben. vonPinselstrichen bemerkt man keine Spur, die Haut, das Ge-sicht glänzen wie Bronze. Die höchsten Lichter, sowie dieSchatten der Carnation sind später aufgetragen, das Ganzebreit behandelt und nur hier und dort das Detail aufKosten der Gesammtwirkuug zu umständlich ausgearbeitet,ln noch dickeren Farben als das Fleisch sind die Ge-wänder angelegt, so dass die Schatten in den Falten sichvon der Tafel abheben; doch ist jeder Ton mit entschiedenerSicherheit aufgetragen. Vollends die Geräthe scheinen wie
im Belief modellirt. 1 *
1 Bei - Gunter Altarschrein, auszwölf Theilen bestellend, ist in neuererZeit zersplittert worden, indem nurdieMitteltafeln auf dem ursprünglichenAufstellungsorte zurückblieben, dieEliigel mit Ausnahme Adams undlivas nach dem Berliner Museumkamen.
In S. Baron. Die Anbetung desLammes. Holz. 4' 4" li — 7' br.; derthronende Himmelskönig 0'7 h —2'6V2 U h.; die Madonna und Johannes der Täufer , 5'7 1 / 2 " h — 2' 1 / 2 " br. Aufdem Ueborsichtsblatte die Tafeln 1—3.
Berliner Museum. Nr. 514 und515, die singenden und musieirendenEngel 5' 1 1 / 2 " b — 2' 2 1 / 2 " br.(Taf. 4 u. 5); Nr. 512 u. 513, dieEinsiedler, die Pilger, die Fürstenund Bitter 4' 7 3 / 4 " h. —■ 1' 7'l 2 " br.(Taf. 9—1‘2). Natürlich sind auchdie Aussensoiten dieser Tafeln inBerlin vorhanden:
Joh. d. T., als Aussenbild derFürsten, Jodocus Vydts, als Aussen-bild der Bitter, Joh. d. Evangel.und Isabella als Aussenbilder derEinsiedler und Pilger; die Ver-kündigung ist auf der Aussenseiteder Engelsbilder gemalt.
Brüsseler Museum Nr. 13.Holz. Adam und Eva. 6' 7 :1 li.—1' 3'/2 br.
Die älteste Erwähnung des GunterAltars finden wir in Dürer 1 » Beise-tagebucli 1520. „Darnach sähe ichdes Johannes Taffel, das ist ein über-köstlich hochverständig Gemahl und
Crowo, Nioderländ. Malerei.
sonderlich die Eva, Maria und Gottder Vater sind fast gut“ (Beh^uienS. 123. Th.uising 8. 116). Der erstegrössere Theil des umfangreichenWerkes, welcher verloren ging, wardie Predella oder Altarstaffel mitden armen Seelen im Fegefeuer.Da sie nur in Tempera gemalt war,so ist sie noch vor van MaudersZeiten verblichen. Jan S'choreel undLancelot Blondei versuchten 1550den Altarschrein in seinem altenGlanze herzustellen, es gelang ihnenso gut, dass „einzelne Theile, dioverlier unter einer Schmutzkrnsteverborgen waren, wieder sichtbarwurden.“ Da beide Künstler einenziemlichen Buf besitzen, so dürfenwir annehmen, dass ihre Bestaurationkeinen grossen Schaden anrichtete.Jedenfalls fiel sie zur Zufriedenheitder Kanoniker von S. Bavon aus,welche Jan Sclioreel einen Silber-beclierschenkten. (Vaernewyckp.219.)
König Philipp II, welcher währenddes Beligionskrieges so manches Ge-mälde nach Spanien wandern liess,begnügte sich mit einer guten Copie,welche Michel Coxie malte. Er er-hielt dafür 4000 Ducaten, vielleicht,eine grössere Summe, als das Origi-nal gekostet hatte. (Vaernewyckp. 219. Van Mander p. 219. edit.1617, Bl. 1240. Guicciardini , Des-crittione di tutti i paesi. edit. 1581.p. 142. Mit Mühe wurden die Be-formirten in Gent (ungefähr 1578)davon ahgehaltcn, den Altarschrein