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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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DAS WESEN DES EYCKSCHEN TECHNIK.

ist clie Erörterung der Frage, in welcher Hinsicht sich dieneue Weise der Oelmalerei von der altüblichen unter-scheide. Yon den zahlreichen Hypothesen denn nursolche können bei dem mangelhaften Thatbestande geäussertwerden heben wir jene allein hervor, welche einen eng-lischen Künstler und Kunstgelehrten Sir Charles Eastlakeund einen italienischen Forscher Conte Giovanni SeccoSuardi zu Urhebern haben und gleichsam zwei selbständigeSeiten der Auffassung vertreten . 1 Beide gehen von derVoraussetzung aus, dass die im Mittelalter zum Anfeuchtender Farbstoffe gebrauchten Oele gekochte Oele von be-stimmtem Farbentone und starker Zähigkeit waren. Beidengilt als zu beweisende Thesis die Erzählung Vasaris , dasses diese klebrigen Oele waren, für welche ein Ersatz ge-funden werden sollte. Wir werden sehen, dass Eastlakesauf Erfahrung gegründete Erklärungen den Vorzug ver-dienen vor den Behauptungen Suardis, die sich ganz ver-nünftig anhören, aber das Unglück haben, der Praxis derBrüder van Eyck zu widerstreiten. Vasari verweilt miteiniger Umständlichkeit bei dem Unfälle, von welchem Jan van Eyck angeblich betroffen wurde, als er eine in Temperagemalte und daun gefirnisste Tafel der Sonne zum Trocknenaussetzte. Wie die Tafel riss und der Meister die Tempera-tecknik und den Firniss verwünschte, tritt lebendig vorunsere Augen. Vasari schildert dann weiter, wie Jan van Eyck über dem Suchen nach einem Firnisse, der nicht derSonnenhitze zum Trocknen bedarf, die trocknenden Eigen-schaften des Lein- und Nussöls entdeckte und aus diesenund anderen Substanzen den gewünschten Firniss zusammen-setzte. Farbstoffe mit diesen Oelen angemacht, so schliesstVasari , gaben nicht allein haltbare Mischungen, sondernauch Farben, die leicht trockneten, dem Wasser wider-

1 Sulla scoperfca ed Introduzione dipingero ad olio. Memoria del conto

in Italia doll* odierno sistema di Giovanni Secco Suardi. Milano 1858.