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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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FLANDRISCHE BILDER IN NEAPEL .

Nationalmuseum übertragen wurde, bei aller Schönheitaber dennoch nicht das unzweifelhafte Gepräge der HandHuberts an sich trägt.

Das Haupt vom Nimbus umflossen, in einen braunenKapuzenmantel gehüllt, sitzt der langbärtige Heilige in einemArmstuhl; mit der Linken hält er die Tatze des Löwen fest,während die Rechte, mit einem Messer bewaffnet, die Wundesondirt. Der Löwe imponirend in seiner Ruhe hat sich aufdie Hinterpfoten stramm erhoben und blickt geduldig aufden Heiligen. Links auf einem Tische liegt der rotheCardinaishut, dahinter ist ein Pult und ein Wandschrankmit Büchern, Flaschen und einem Stundenglase angebracht.Zwei Borde des Hintergrundes sind gleichfalls mit Bücherngefüllt, in der Ecke am Boden bemerken wir ein naschendest Mäuschen. Man kann an dem Gemälde kaum etwas anderesaussetzen, als die im Yerhältniss zu den Figuren allzu kleingenommenen Maasse des Gemaches. Der ernst - würdigeAusdruck des Hieronymus, der Wurf des Mantels erregenunsere Bewunderung; alles ist mit bewusster Sicherheit ge-zeichnet und modellirt, dabei so fein ausgeführt, dass mandie Haare im Barte des Heiligen oder in der Mähne desLöwen, die Nägel in der Diele, die einzelnen Adern derBretter zählen kann. Die Carnation warm bräunlich ge-halten, geht im Schatten in eine dunkle und dumpfe Oliven-farbe über, und zeigt auf der ganzen Fläche eine Fülle feinabgestufter Töne . 1

1 Neapel , Nationalmuseum. Neap.Schule. Nr. 6. Holz. 4' 10'/ 2 "b4' 0>/ 2 br. Das Datum 143(i, dasman auf dem Bilde lesen wollte, istnicht vorhanden. Vgl. Criscuolon. a. citirt bei Catalani , Discorso sumonumenti patrii, Napoli 1842. p. 10und 13. Waagen (Kunstbl. 1847.S. 162 ff. und Handbuch S. 74) be-liarrt dabei, das Werk dem Hubertzuzuschreiben. Früher (Passavant .,Kunstbl. 1843) galt als Maler desselben

der dubiose Colantonio del Fiore,den uns nur eine Quello des 1(5.Jahrh. (Hummonzio) nennt und derwahrscheii dich aus einer Verdopp elui lgdes Antonello da Messina entstandenist. In der letzten Ausgabe Vasaris (Lemonnier) wird Jan van Eyck alsder Schöpfer des h. Hieronymus be-hauptet und das Bild für identisch mitjenem gehalten, welches (nach VasariI. 103) Lorenzo de Medici besass.