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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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FLANDRISCHE BILDER IN NEAPEL .

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Ein anderes unversehrtes altflandrisclres Werk, ursprüng-lich mit dem h. Hieronymus einen Altar bildend, bewahrtdie Kirche S. Lorenzo Maggiore in Neapel . Es stellt denh. Franciscus als Ordensstifter vor und ist in der gleich- h- ^ r ®^ l3 .namigen Capelle ausgestellt. Der Heilige steht zwischen cus 'zwei knieenden Ordensbrüdern, Engel halten ein Spruch-band über seinem Haupte. Mit Hubert van Eyck hat dasGemälde nichts gemein, es scheint vielmehr aus der Schuledes Hoger van der Weyden zu stammen, und zeigt einepeinlich genaue Zeichnung des Details, eine Ungleichheitin den Köpfen, einen trübröthlichen Farbenton und einesteife Haltung . 1 Schwächer aber in demselben Style ist die N jGrablegung in S. Domenico Maggiore, jünger das in seiner (Jra Jj^ ungArt ganz vortreffliche Bild des segnenden h. Yincenz mit 11 ' Vinoollz 'zehn Scenen aus seiner Legende in San Pietro Martyre .

Man möchte auf einen italienisirten Niederländer oder einengermanisirten Italiener aus der zweiten Hälfte des fünf-zehnten Jahrhunderts rathen, ja aus dem bräunlichen oder-saftigen und fein abgestuften Tone, aus der guten An-ordnung der Gruppe und dem Faltenwürfe beinahe aufdieselbe Hand schliessen, welche den h. Hieronymus gemalthatte, nur war sie unterdessen älter geworden und in denLocalgewolmheiten Neapels gleichsam heimischer . 2 Gleich-falls niederländischen Ursprungs, aber wenig anziehend istsodann ein Altar in der Unterkirche von Severino in Neapel . h .

1 Neapel , S. Lorenzo. Maassonicht angegeben. Das Bild, ur-sprünglich in einem gemeinsamenHalunen mit dem li. Hieronymus,Rieb in der Kirche zurück, währendder h. Hieronymus nach dem Museumkam. Ygl. Catalani p. 11.

2 Neapel , S. Pietro Martyre, dritteKapelle zur Rechten des Einganges.Rer h. Vincenz mit einem Buchein der Hand steht aufrecht in einerNische und ertheilt den Segen. Indem Rahmen sind an den Seitenund unten eilf kleine Tafeln einge-

lassen, von welchen die obersten (derEngel der Verkündigung und Maria,moderne (17. Jahrh.) Zuthaten sind.Der Inhalt der übrigen ist: Derli. Vincenz im Gebete vor demMarienbilde; der h. Vincenz wecktein enthauptetes Kind zum Leben;er empfängt den Segen Christi; dasGelübde der Seefahrer in einemSturme; der h. Vincenz heilt einevom Teufel besessene Erau; Toddes h. Vincenz. Die Farben sindvom Alter gebräunt, die Compositionlebendig, gut angeordnet.