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PHILIPP HEB, GUTE.
vorziehe und diese dadurch beleidige . 1 Den schmeichelhaftenBeinamen des Guten verschaffte ihm seine derbe Unge-bundenheit gegenüber Untergegebenen, womit eine gewisseGrobheit gegen Vornehme verbunden war. KirchlichenUebungen war er wohl zugethan , 2 aber keine religiöse odermoralische Empfindung hielt ihn von argen Missetliaten, diedas Licht scheuen, und von grausamen Handlungen zurück.Die Zerstörung von Dinant , die Nicdermetzeluug der Ein-wohner ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht sindHandlungen, welche den Herzog des Blutdurstes anklagen.Nicht abgeneigt unter Umständen die Wahrheit dem Vor-theile zu opfern, war er doch durch seine Erziehung zuritterlich gesinnt, um gegen die Gesetze der Ehre ganzblind zu sein. „Ich mag Frauen das Wort gebrochenhaben, bekannte er dem Erzbischof von Narborme sowiedem Kanzler Ludwig XI , Morvilliers, aber Männern nie-mals .“ 3 In eigenthümlicher Weise erscheinen bei ihm Ehr-geiz und Vorsicht gemischt. Dem Wunsche, sein Herzog-thum zu einem Königreiche zu erheben, wie es wohl inseiner Macht stand, entsagte er, rechnete sich aber dieseEntsagung hoch an. Mit seinem Grossvater Philipp demKühnen theilte er die Vorliebe für glänzenden Prunk undsammelte eifrig, was die Kunst der an seinem Hofe ver-kehrenden Bildhauer, Goldschmiede, Maler, Teppichwirkerund Illuminatoren schuf.
So kam es denn auch, dass als er von Jan van EycksRücktritt aus den Diensten Johanns von Bayern hörte, er