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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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REISE NACH PORTUGAL

Nachdem der Versuch, die Hand einer spanischen Prinzessin zu gewinnen, gescheitert war, wurde eine por-tugiesische in Aussicht genommen und eine Gesandtschaftnach Lissabon zum Zwecke der Brautschau in das Werkgesetzt. Ob Jan van Eyck an der ersteren Mission theil-genommen, ist ungewiss, doch nicht ganz unwahrscheinlich,da einegeheime Sendung gerade in die Zeit der spani­ schen Verhandlungen fällt, dagegen war er urkundlich einReisegenosse des Herrn von Roubaix , welcher um die Handder Prinzessin Isabella von Portugal werben sollte. EycksGegenwart war aus dem Grunde nothwendig, weil HerzogPhilipp sich das Recht Vorbehalten, die Verhandlungen ab-zubrechen, falls die gepriesenen Reize der Prinzessin nichtdie volle Anziehungskraft auf ihn üben würden. Von diesenReizen ihm ein wahrhaftiges Conterfei zu schaffen, dazuwar nun Jan van Eyck ausersehen, und dem Gefolge desHerrn von Roubaix zugetheilt. In zwei venetianischenGaleeren verliess die seltsame Gesandtschaft am 19. Octoher1428 den Hafen von Sluys . 1 Volle zwei Monate brauchtedie kleine Flotte, um ihr Ziel zu erreichen. Sie kam erstam 13. November auf die Höhe derCinq portes, legte am2. December inFalmouth an, und erreichte am 16. Decemberdie Mündung des Tajo . Am 18. December warf sie vorLissabon die Anker. Nach einem kurzen Aufenthalte inder Hauptstadt begab sich die Gesandtschaft nach Arrayol-lis und von dort nach Aviz, wo sie vom Hofe empfangenwurde und Jan das Portrait der Infantin zu malen be-

i A Johannes de Eick varlet dochambre et paintre de MdS. queiceUni S. luy a donn6 tant pourconsideracion des Services qnil lui afaiz, fait joumelment et espoire queoncores fera ou tams ä venir ou faitde sondit office, eomme autrement,eomme en recompensacion de certainsvoyaiges seerez que, par lordommnceet pour les affaires dicollui S. il a

faiz, et du voyaige quil fait presente-ment avec et en la compaignie deMdS. de Roubais, dont il ne veultaucune declaracion estre faicte,eomme appert par sa quittance sur

ce.VIII XX liv. Compto

Guy Guilbaut, dep. 1 Janvier, 1427,jusquau 31 Oec. 1428. De Laborde,u. s. Les Ducs de 11. Yol. I. p, 251.