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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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APOKBYPHE BILDEK.

um den Werth des betreffenden Bildes in den Augen Leicht-gläubiger zu erhöhen.

^BuaOT Phe Als die schlimmste Fälschung dürfte sich der Christus-kopf in der Brügger Akademie 1 heraussteilen. Im «Jahre 1788hat. denselben ein gewisser Herr Busscher der Akademieüberwiesen. Er ist offenbar ein verkleinertes Facsimile

Brügge

C kopf s " C ^ es ^hristuskopfes, welchen Jan van Eyck 1438 gemalt hat.Von eigenhändiger Arbeit des Meisters zeigt sich keineSpur; die kalte, harte, leblose Maske, der Mangel an breitemAufträge und durchsichtigen Farbtönen weisen auf einenoberflächlichen Nachahmer hin. Soll man nun der Unter-schrift und dem Datum, welche die Aechtheit beweisensollen, glauben? An das Datum, je nachdem man es 1420oder 1440 las, wurden biographische Schlüsse geknüpft, vonjenen, welche die Leseart 1420 behaupteten, die ganz apo-kryphe Erzählung von einem Aufenthalte Jans in Antwerpen auf dieses Bild begründet. Durch den Christuskopf hatJan cter Antwerpener Gilde seine Kunst weisen wollen.Mit der Anecdote fiel auch die Lggeart 1420. Die andereLeseart 1440 hat keinen grösseren Werth. Die ganze In-schrift lautet:Als ikh kan, Johes de Eyck, inventor, anno1440, 30 «Tanuary. Die Fassung ist ungewöhnlich undregt die grössten Bedenken an. Lässt sich annehmen, dassJan erst in seinem höheren Alter, nachdem der Ruhmseiner Erfindungen sich längst verbreitet hatte, sich eineninventor schrieb? Ist es denkbar, dass er seine Ansprücheauf diesen Titel durch ein Werk bekräftigte, in welchemseine Verdienste, seine Eigenthümlichkeit gerade am wenigstenoffenbar werden? Ist es endlich glaublich, dass Jan un-

1 Brügge, Museum. Nr. 3. Holz.0.32 h 0.26 br. Bei den Signa-turen Jan van Eycks ist es auffallend,dass er häufig sogar den Tag derVollendung angibt, dass dieser Tagso oft in den Monat October fälltund endlich dass die Sclmftzüge so

sehr wechseln. Beinahe jedesmalsind andere Buchstaben, bald latei-nische Lettern, bald Mönchsschrift.runde und eckige, grosse und kleinegebraucht. Das regt manche be-denkliche Gedanken an.