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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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BILDER IN LONDON .

Bogen des Schiffes tragen, sind die Statuen der Apostelangebracht.

In der Anordnung und Bewegung der Gestalte^, inder Perspective und in den Kopftypen reiht sich das Bildden besseren Leistungen der Schule an. Sein Schöpferwetteifert in dem Verständniss der Form, in dem Charakterder Köpfe, in der Fülle des Ausdrucks mit van der Wey den,an welchen er auch in der Behandlung des Bartes, derHaare, des Beiwerkes überhaupt erinnert. Die Proportionenjedoch, die klaren, durchsichtigen, fein verschmolzenen Fleisch-töne, noch nicht gehoben durch starke Licht- und Schatten-contraste verrathen eine andere Hand, vielleicht dieselbe,welche die Heimsuchung in Liitschena malte.

Ob die bisher erwähnten Gemälde in der That demGenter Maler Gerard van der Meire angehören, dafür fehltuns allerdings die urkundliche Beglaubigung. Jedenfallsbesitzen sie einen gemeinsamen Ursprung, sind wahrschein-lich von demselben Künstler geschaffen. Nicht das Gleichekann man von den folgenden Bildern behaupten, welche inden Katalogen unter Gerards Namen umhergehen,h. Ambro- Die Tafel in der Londoner Nationalgalerie: Ein Cister-cienserabt mit seinem Schutzpatron, dem heiligen BischöfeAmbrosius zur Seite, erscheint in der alten gemischtenTechnik Broederlams und dessen Zeitgenossen, halb inOel, halb in Tempera ausgeführt. Der knieende Mönchmit seinem milden Ausdruck kann als gelungen betrachtetwerden, wahre Wunderwerke des Fleisses und vollendeterKunst sind die Ornamente, die Juwelen, die Stickereien u.s.w.welche an den Bischofsstäben und Bischofsmützen, an dengeistlichen Gewändern Vorkommen. 1St. Sauveitr Die Inschrift auf einem Altargemälde in St. Sauveurutzigung.^u j) )r |jgg e; ^Meeren 1500 ist unäclit, das Werk seihst in

1 London , Nat.-Gal. Nr. 264. Holz. stammt aus der Sammlung Krüger2' 4y 2 " h. 9 br. gut erhalten. in Minden .