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LETZTE SCHICKSAL]?.
Anfall von Melancholie, dass er Hand an sich gelegt hätte,., ^ wäre er nicht von den Freunden gewaltsam zurückgehaltenworden. Mit Noth brachte man ihn nach Brüssel und indas Kloster zurück. Der Prior, der herbeigeholt wurde,suchte durch. die Klänge der Musik Hugo’s Leidenschaft zubeseitigen. Eine Zeitlang jedoch war alles vergeblich; erlittsehr unter dem Wahne, er sei ein Sohn der Verdammung.Endlich besserte sich sein Zustand. Freiwillig gab er dieGewohnheit auf, den Speisesaal der Gäste zu besuchen undnahm seine Mahlzeiten fortan mit den Laienbrüdern.“
Aus dem Berichte erhellt, dass Hugo van der Goes auch im Kloster seine Kunst keineswegs aufgab. Einweiteres Zeugniss dafür ist seine Reise 1478 nach Löwen,um daselbst ein von Dierick Bouts vollendet hinterlassenesAVerk abzuschätzen. Als Honorar wurde ihm dafür vonRaths wegen ein Krug Rheinwein gespendet. 1
,Hugo starb i. J. 1482 und erhielt von den Mönchenvon Roodendale folgende Grabschrift gesetzt:
„Pictor Hugo van der Goes liumatus quiescitDolet ars cum similem sibi modo nescit.“ 2Es bleibt nun noch übrig, auf die Bilder, welche inden verschiedenen Galerien auf den Namen Hugo’s getauftwurden, einen Blick zu werfen. Dass ausser dem Altar-bilde in St. Maria nuova in Florenz kein anderes AVerk be-glaubigt ist, wurde bereits erwähnt. Nehmen wir den Aus-gangspunkt von dem letzteren, so muss gleich die Ma-riorcnz doima mit dem Kinde in der Uffizigalerie zu Florenz ausU MadOTum. ie< i em Kataloge seiner Werke ausgeschieden werden. Sie istvon dem Portinaribilde vollständig verschieden und erinnertin den hässlichen Kopftypen, in den harten Umrissen eher
1 Die Urkunde, von Schayes aus
den Löwener Archiven in den Bulle-tins der Brüsseler Acad. tom. XIII.Nr. 11 p, 8 publicirt, wird in dem