ANGEBLICHES WEKK IM LOUVBE.
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Wir fassen demnach das Urtheil über Justus d’Alla-magna so zusammen, dass in ihm die flandrische undrheinische Kunstweise gleichmässig wiederscheinen, dasser mit dieser die religiöse Empfindung theilt, damit aberdas Streben der ersteren nach schärferer Naturwahrheitverbindet. Er kann nicht zu den Schülern eines der Brüdervan Eyck gerechnet werden, mit deren Auffassung undtechnischer Methode sein Wandgemälde nichts gemein hat . 1
Eine weitere Kunde von seinem persönlichen Wirkenin Genua ist nicht vorhanden, wohl aber lässt sich dieSpur seines oder seiner Schule Einflusses noch weiter ver-folgen. Die Louvresammlung besitzt ein Gemälde auf Gold-grund in drei Abtheilungen: die Verkündigung als Mittel-bild, die hh. Benedict und Augustin, Stephan und der Car -meliterheilige Angelus auf den Flügeln . 2 Es stammt aus Genua und weist in den Gesichtstypen und Gestalten eine Aelin-lichkeit mit Justus d’Allamagna auf, nur dass es nicht vonder gleichen ruhigen religiösen Empfindung durchweht er-scheint. Die Madonna drückt nur Schrecken über dieunerwartete Botschaft und Verwirrung aus; zitternd lehntsie sich an eine Säule und blickt scheu zu dem Engelempor, der über ihr in den Lüften schwebt. Ihr. Gewandist golden mit einem schwarzen Ueberwurfe, die Landschaftin Hintergründe trägt italienischen Charakter. Die flüch-tigen Schatten der kalkiggrauen Carnation lassen beinaheeinen unfertigen Zustand des Bildes vermuthen, welchesentweder von Justus d’Allamagna oder von einem seiner
1 Ein Johannes Alemannus arbeitetegemeinsam mit Antonio da M.uranoin den Jahren 1445—46. Anklänge
an die rheinische Manier könnte manin der weicheren Verschmelzung derEleischtüne und in dem architektoni-schen Beiwerke in seinen Bildernentdecken. Vgl. Crowe u. Cavslcaselle,Gesell, der ital. Malerei. I). A.Bd. V. S. 19.