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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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191
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DAS ABENDMAHL IN UKBINO.

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links von Christus ein. An der Schmalseite des Tischessteht der jugendliche Johannes und greift nach einer Flasche,neben ihm bemerken wir einen Apostel mit brennenderKerze in der Hand und in der äussersten Ecke finsterblickend Judas , der den Geldbeutel festhält und sich zuentfernen anschickt. Die übrigen Apostel auf den Knieendrücken in frommer Geberde Demuth und Hingebung mitgrosser Wahrheit aus. Hechts vom Communiontische ge-wahren wir den Herzog mit Caterino Zeno im Gespräche,Er hat wie zur Bekräftigung der Kode dem Letzteren dieHand auf die Schulter gelegt. Zeno in schwerem Brocat-gewando, mit einem Turban auf dem Kopfe, die Rechte aufdie Brust gedrückt, blickt staunend auf den ganzen Vorgang.Hinter dem Herzog stehen noch zwei Begleiter, von welchender eine für das Portrait des Malers gilt. Eine Frau mitdem Kinde auf dem Arme an einem Fenster sichtbar be-obachtet die Scene, welcher in den Lüften zwei Engel bei-wohnen. Ein Halbrund mit Säulen, wohl einen Kirchenchorvorstellend, schliesst den Schauplatz ab.

Justus von Gent erscheint nach diesem Bilde als einganz wackerer, fleissiger Maler der vlämischen Schule, welcheraber in keiner Weise einen Vorzug vor den übrigen Nach-folgern van Eycks ansprechen kann. Seine Composition istwohl mit einer gewissen Regelmässigkeit angeordnet, aberdurch den völligen Mangel der Linearperspective um diewesentlichste Wirkung gebracht. Der Herzog und der Ge-sandte sind, obgleich sie zurückstehen, doch grösser angelegtals die vorderen Figuren, überhaupt erscheinen durch denhohen Augenpunkt die Figuren wie linkisch und ungeschicktauftretend. Zum Glück dass eine gewisse Tiefe des Luft-tones im Hintergründe diesen Mangel theihveise verdeckt.Christus mit seinem langen hängenden Haare, seiner knochigenGestalt streift wie die Apostelköpfe geradezu an das Gemeine.Die richtigen Proportionen und mannigfaltigen Bewegungenverdienen Anerkennung; geringes Lob dagegen die eckigen