ODEB GEBBIT SINT JANS.
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schilderte eine Legende, die andere die Kreuzabnahme:Christus in überaus natürlicher Stellung ausgestreckt imVordergrund, von den Frauen und Aposteln beweint. Auchin der Kirche der Kegulirten in Harlem gab es Bilder vonGeertgcn, welche bei der Belagerung zu Grunde gingen.Aber noch zu Karl van Mander’s Zeiten zeigte man inder Catliedrale von Harlem eine Ansicht derselben, dieganz vortrefflich ausgefallen war. Soweit erscheint vanMander’s Bericht glaubwürdig. Wenn er am Ende nochhinzufügt, Dürer habe, als er seine Werke in Harlem ge-sehen, verwundert ausgerufen: Wahrlich, er ist schon imMutterleibe ein Maler gewesen, so wird die Wahrheit dieserAnecdote durch die Thatsache auf das rechte Maass zurück-gebracht, dass Dürer Harlem auf seiner niederländischenBeise gar nicht berührt hat.
Das Fragment des Altars in der Johanniterkirche,welches den Bildersturm überdauerte, dürfen wir vielleichtin der Belvederegalerie wieder begriissen. Schon im J. 1781bezeichnete Christian van Mechel in seinem Kataloge zweiTafeln der Belvederegalerie als das Werk des Geertge oderGerhard von Harleui. 1 Sie haben eine gleiche Grösse, alsob sie durch das Zersägen einer Tafel wären gewonnenworden. Auf der einen Tafel sehen wir den LeichnamChristi im Schoosse seiner Mutter, von sieben Heiligen be-trauert; die andere Tafel stellt drei Legenden aus der Ge-schichte Johannes des Täufers dar. Im Hintergründe wirdsein Leichnam in Gegenwart Christi begraben, vorn aberwerden seine Gebeine auf Gelieiss des Kaiser Julian Apostata verbrannt, die geretteten Reliquien dann (seitwärts) vonPriestern den Johanniterrittern übergeben. 2
1 Yerzeichniss der Gemälde derBildergalerie in Wien . 1781? p. 153.
2 Wien , Belvedere II. Stockw.II. Zimmer. Nr. 58 u. 60. Holz.5' 6" h. — 4' 5" br. Auch auf demStiche von J. Matliam wird der