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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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FLORENTINER KUNSTREFORMER.

und Domenico der Vergangenheit bereits angehören. Inder That haben die Italiener schon in der ersten Hälftedes fünfzehnten Jahrhunderts von den Fortschritten derTechnik in Flandern erfahren und auf eigne Faust dieseFortschritte zu ergründen sich bemüht. Francesco Peselli ,ßaldovinetti und die beiden Pollaiuolo machten die erstenVersuche in Florenz und fanden in Umbrien in Domenico’sSchüler, dem Piero della Francesca Nachfolge. 1 Was vonder Legende zu halten sei, welche den Andrea del Oastagnozum Mörder Domenico’s stempelt, damit das erlauschte Ge-lieimniss der Oelmalerei sein Alleinbesitz bleibe, hat diehistorische Kritik sattsam aufgehellt. Der Ermordete über-lebte den Mörder viele Jahre. Ueberhaupt, wenn Domenicound Andrea in Oel malten, so thaten sie es ohne Kenntnissder technischen Methoden Van Eycks oder Antonello’s.

Bei Francesco Peselli, welcher einer alten Malerfamilieentstammte, jung 1457 starb, können wir die ersten Spurendes praktischen Strebens wahrnehmen, an die Stelle derTempera ein neues Bindemittel zu setzen. Peselli war einRealist, dem an der genauen, treuen Wiedergabe der äusser-lichen Einzelnheiten viel lag, und welcher dieses Ziel leichtermit dem langsam trocknenden Oele, als mit den schnellenSiccativen der Tempera zu erreichen meinte. Aus derPrüfung der Gemälde, die sich von Pesello erhalten haben,geht hervor, dass er Oel mit Firniss gemischt als Binde-mittel angewendet und eine glasige Durchsichtigkeit undZähigkeit erreicht hat, welche das Tupfen und Vertreibender Töne schwierig machte.

Baldovinetti, 1427 geboren, noch am Schlüsse des Jahr-hunderts unter den Lebenden, gehörte ebenfalls zu denRealisten und steht als Tafelmaler dem Peselli verwandtda; auch als Wandmaler war er Neuerungen hold und führte

1 Vgl. über diese Meister: Growe und Malerei. D. A. III. S. 88 —139 undCavalcaselle, Oesch. d. Italienischen S. 294—325.