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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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ANTONELLO DA MESSINA .

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hier Eigelb und einen flüssigen Firniss als Bindemittel ein,nicht zum dauernden Yortheil seiner Wandbilder, an welchendie Farbe absprang oder nachdunkelte, aber augenblicklichgewann er dadurch die Möglichkeit, die Natur im Einzelnengetreuer und wahrer wiederzugehen, als seine Kunstgenossen.

Die beiden Brüder Pollaiuolo endlich, Antonio undPiero, deren Geburt in die Jahre 1429 und 1441 fällt, er-weiterten die technischen Kenntnisse im Kreise der Neuerer,indem sie den Gebrauch der Lasurfarben heimisch machten;die zähe Natur des gebräuchlichen Bindemittels konnten siefreilich besonders in ihren ersten Bildern nicht überwinden.

Ungleich näher der flandrischen Kunstweise in derTechnik sowohl wie im Farbensinne kam Piero della Fran-cesca, dessen erfinderischer Scharfsinn ihn überhaupt überdie Zeitgenossen hob und zu grösseren Erfolgen als Oel-maler befähigte. Die ersten Spuren der Anwendung derOelmalerei fallen aber bei Piero nicht früher als 146066,so dass möglicher Weise seihe Bekehrung zur neuen tech-nischen Weise mit der Wanderung eines vlämischen Meisters,des Roger van der Weyden nach Italien (1450) Zusammen-hängen kann, und seine unmittelbaren Lehrmeister vielleichtferrareser Meister waren, welche Rogers Yerfahren inFerrara kennen gelernt hatten.

Die Bedeutung Antonellos wird durch diese selbstän-digen Versuche toskanischer Maler nicht verdunkelt, seinEinfluss herrscht in der venetianischen Schule. Wie vieldie letztere ihm verdankt, zu erzählen, wäre hier nicht derOrt, wenn der Dank nicht mittelbar den flandrischenMeistern gebührte. 1

Flandrische Bildtafeln wurden in der ersten Hälfte desfünfzehnten Jahrhunderts mit Vorliebe von Kaufleuten nachNeapel ausgeführt. Aus den Händen der Händler kamen

1 Vgl. über Antonello: Croiee und Artikel im Allgem. Künstler-Lexikon.Cavalcaselle, History of oil Painting II. p. 118.in North Italy . II. p. 77 und den