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ANTONELLO IN DEN NIEDEELANDEN.
die Gemälde Yan Eycks und ihrer Nachfolger in die Palästeder Fürsten und weckten hier nicht wenig die eifersüchtigeNeugierde heimischer Künstler. Antonello da Messina ent-schloss sich kurzweg nach den Niederlanden aufzubrechenund liier an der Quelle die vielbewunderto neue Malweisekennen zu lernen. Ob er Brügge , ob Gent oder Brüsselbesucht, ob er, was nicht glaubwürdig ist, den persönlichenUnterricht Jan van Eyck’s genossen oder blos mit Schülerndes letzteren verkehrt, das alles ist streitiger Natur, trittaber gegen die unzweifelhafte Tliatsache, dass Antonello die Niederlande besucht hat, zurück. Dafür sprechen nichtallein die Zeugnisse Vasari’s und van Mander’s, dieses be-weist auch der Einblick in sein technisches Verfahren, welcheseine intime Kenntniss der altflandrischen Meister bekundet.Das früheste von ihm erhaltene Werk ist das Brustbild dessegnenden Christus vom J. 1465 in der Londoner National-segnender galerie. 1 Man merkt daran die Sorgfalt des Mannes, derin einer neuen Weise arbeitet, sie aber noch nicht bis zu voll-kommener Meisterschaft beherrscht. Antonello hat im Ganzenseine italienische Natur unversehrt sich bewahrt, wenn erauch die technischen Methoden der Niederländer aunalnnund über die Alpen brachte. Doch zeigt der Christus von1465, obgleich selbständig und italienisch in der Maske undim Umriss aufgefasst, einen gewissen feierlichen Ernst undeine Unbeweglichkeit, welche Antonello flandrischen Vor-bildern entlehnt hat. Auf späteren Gemälden z. B. demEcce Homo in der Sammlung Zir in Neapel (1470), derMadonna zwischen den hli. Benedictus und Gregorius in derKirche S. Gregorio zu Messina prägt sich der flandrischeEinfluss im Allgemeinen in einer leichten Zerrung des Aus-druckes, in einem bestimmten Kopftypus (hervortretende
1 Nationalgalerie Nr. 673. AufHolz 1' 43 / 4 " h. — 1' V b. Mitder Inschrift: „Millesimo quatricen-tessimo seyxtagesimo quinto YI1I 0
Indi. Antonellus messaneus mepinxit.“ Die Indiction ist falsch be-rechnet oder was wahrscheinlicherist, statt VIII e zu lesen XIII e .