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Wangen, eingesunkene Augen, zurückfliehende Schläfen,offener Mund) und in den scharfen Brüchen des Falten-wurfes, aus; die Farbentechnik aber entspricht dem be-sonderen Systeme der Schule von Brügge .
Auf dieser Stufe der künstlerischen Entwickelung, etwaum das Jahr 1473 zog Antonello nach Venedig , wo er alsthätiger Mitbewerber von Männern auftrat, welche bis dahindie Oelmalerei höchstens dem Namen nach kannten. Er er-regte mit seinen Arbeiten ein solches Aufsehen, wirkte soepochemachend, dass die Richtung der venetianischen Kunstplötzlich verändert wurde und die Vivarini und Bellini nichtallein die Temperatechnik, sondern auch die classischeZeichnung aufgahen, die sie von den Florentinern undPaduanern geerbt hatten. Bis zum Jahre 1473 sind alleBilder der Bartolommoo und Luigi Vivarini , der Gentile undGiovanni Bellini und ihrer zahlreichen Schüler in Temperaausgeführt. Kaum ein Jahrzehnt verstrich seitdem und keinVenetianer zeigte sich willig, anders als in Oel zu malen.Natürlich musste eine gewisse Zeit vorübergehen, ehe sichder Wechsel ganz einbürgerte. Antonello seihst schritt inzahlreichen Portraits und Einzelfiguren allmählich zu immerklareren, durchsichtigen Bindemitteln fort und erwarb sicheine in der Zartheit der Ausführung und in dem Schmelzdes Auftrages vollendete Technik.
Die venetianischen Maler, Giovanni Bellini an der Spitze,Hessen in ihren Bemühungen nicht nach, ihre Kunst zunoch höherer Feinheit zu entwickeln und machten alleStufen durch, welche zwischen der Anwendung eines zähen,harzigen, gefärbten Bindemittels und eines durchsichtigen,leichtfliessenden wahrgenommen werden. Da ereignete sichein merkwürdige Rollenwechsel zwischen Giovanni Bellini und Antonello; es hob sich Bellini’s Genie zuletzt hochüber den Nebenbuhler, den zu erreichen er anfangs schierverzweifelt hatte und dem er nun die eigene mehr an-heimelnde, farbenreiche Weise auferlegte.