ANTONELLO’S WERKE.
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loren, die Farbentöne an Schmelz und Abstufung gewonnen.Mit demselben würde das Portrait in Antwerpen 1 an Be-deutung wetteifern, wenn dessen Ursprung unzweifelhaft wäre.Es stellt einen jungen Mann in schwarzem Barett und Kleidedar, der in der Hand eine römische Münze hält. DerCharakter des Kopfes, die dichten, krausen, schwarzenHaare, der dunkle Teint lassen auf eine südliche Persönlich-keit schliessen. In der That wurde das Bild auch baldfür das Bildniss des berühmten Medailleurs Yittore Pisani,bald für das Selbstportrait des Künstlers ausgegeben. Derlandschaftliche Hintergrund stimmt in der Staffage, dem Seemit Schwänen, dem Keiter auf der Strasse mit Memling’s Bildern auffallend überein. Dadurch wird die Bestimmungdes Meisters unsicher gemacht, da wir von BeziehungenAntonello’s zu Memling nichts wissen. Die Perle allerSchöpfungen Antonello’s in diesem Fache bleibt aber dasmännliche Bildniss in der Berliner Galerie. Es stellteinen jungen Mann in dunkler Tracht dar, und ist so-wohl durch die vollendete Modellirung wie durch denfeinen Farbenschmelz, die leuchtende Kraft des Coloritsausgezeichnet. Die gegenwärtige Aufschrift 1445 ist überder ächten verwischten 1478 angebracht worden. 2
Auch in den religiösen Bildern Antonello’s kann manden flandrischen Einfluss verfolgen, so insbesondere auf derkleinen Tafel im Antwerpener Museum, 3 welche Christusam Kreuze zwischen den beiden Schächern darstellt. WährendChristus mit Nägeln an das Kreuz befestigt ist, sind dieSchächer durch Stricke an zwei Baumstämme gebunden,wodurch die heftigere Zerrung der Glieder motivirt wird.
1 Antwerpen, Museum Holz 0.29 li.— 0.21 b. Aus der Sammlung Ert-born, früher bei Denon in Paris .
2 Berliner Museum. Nr. 18. Auf